LENKE: Elternschaft muss wieder selbstverständlich sein können
BERLIN, den 31.07.2009 - Zur Äußerung des familienpolitischen Sprechers der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Johannes Singhammer (CSU), es sei „vor allem eine andere innere Einstellung erforderlich, damit wieder mehr Frauen Ja zum Kind sagen“, erklärt die familien- und frauenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Ina LENKE:
Herr Singhammer beleidigt mit seiner antiquierten Forderung, Frauen müssten eine andere innere Einstellung zum Kind haben, nicht nur alle kinderlosen Frauen, sondern er ist vollkommen auf dem Holzweg. Nicht die Einstellung von Frauen, sondern die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Eltern mit Kindern müssen geändert werden.
Frauen schieben ihren Kinderwunsch hinaus, weil sie nach langer Ausbildung erst einmal den Berufseinstieg schaffen wollen. Familie und Beruf zu vereinen ist besonders in Westdeutschland schwierig. Ein Platz in einer Krippe ist in vielen Städten noch wie ein Sechser im Lotto. Hinzu kommt: Die Arbeitswelt ist noch nicht ausreichend darauf eingestellt, dass junge Familien mehr zeitliche Flexibilität brauchen.
Herr Singhammer ignoriert auch die steigende Zahl ungewollt kinderloser Paare sowie die Einstellung der Männer zu Kindern. Zur Kinderlosigkeit der Männer gibt es bislang keine Daten, doch zeigen bereits Umfragen, dass viele Männer sich gegen ein Kind aussprechen und dies mit wirtschaftlicher Unsicherheit begründen.
Familienpolitik muss ein Dreiklang sein aus gezielter staatliche Unterstützung, einem gut ausgebauten Betreuungsangebot mit flexiblen Öffnungszeiten auch am Wochenende und in den Ferien, sowie einer modernen, familienorientierten Arbeitswelt.
