LENKE: Internationaler Frauentag leider weiterhin notwendig
BERLIN, den 06.03.2009 - Zum Internationalen Frauentag erklärt die familien- und frauenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Ina LENKE:
Der Internationale Frauentag ist auch in Deutschland noch so lange wichtig, wie das durchschnittliche Einkommen von Frauen um ein Fünftel unter dem der Männer liegt. In Chefetagen sind Frauen weiterhin die Ausnahme. Daran hat auch ein Bundesgleichstellungsgesetz für die Bundesbehörden nichts geändert. Der Versuch der Bundesregierung, durch Erleichterungen bei der Teilzeit-Arbeit Männer zu motivieren, mehr Familienarbeit zu übernehmen, hat lediglich dazu geführt, dass mehr Frauen Teilzeit oder in geringfügigen Beschäftigungen arbeiten. Niedriges Einkommen und durch Kindererziehungszeiten unterbrochene Erwerbszeiten bedeuten auch weniger Rente. Altersarmut von Frauen wird zunehmen.
Die so genannte große Koalition hat es nicht mal geschafft, die frauenfeindliche Steuerklasse V abzuschaffen. Solange alle Lohnersatzleistungen wie das Elterngeld und Mutterschaftsgeld nach dem Nettolohn berechnet werden, kann von Gleichberechtigung keine Rede sein.
Wirtschaft und Politik müssen an einem Strang ziehen, damit die Benachteiligung von Frauen ein Ende hat. Familienfreundliche Arbeitszeiten und der Ausbau der Betreuung für Unter-Dreijährige sind Voraussetzung. Auch ein Umdenken in der Gesellschaft ist nötig. Solange es überwiegend Frauen sind, die neben der Berufstätigkeit weitestgehend allein für Haushalt, Kindererziehung und Betreuung alter Menschen verantwortlich sind, brauchen wir den 8. März als Mahntag.
