Liberale Frauen Aachen-Land

„Da wo ich herkumm, weede Wolke jemaht!“ Inspiriert durch das Karnevalslied des letzten Prinzen konnte die Besuchergruppe um die Liberalen Frauen des Bezirks- und Kreisverbandes Aachen die Wolkenbildung vom Dach des Kraftwerkes Weisweiler hautnah miterleben.

Vorangegangen war ein interessantes Referat von dem stellvertretenden Leiter des Kraftwerks Herrn Max Bernrath über die Notwendigkeit der traditionellen Energieproduktion neben den erneuerbaren Energien. Diese stehen nicht regelmäßig zur Verfügung. Unsere moderne Industriegesellschaft braucht aber zu jeder Zeit elektrischen Strom und in ausreichender Menge. Wir hatten im Januar dieses Jahres z.B. eine Woche, in der die konventionellen Kraftwerke 97% und die erneuerbaren 3% geliefert haben. Also nur mit Strom und Wind wäre das Licht ausgegangen.

Der Landtagsabgeordnete der FDP Stefan Lenzen und die FDP-Bundestagskandidaten Katharina Kloke (Düren) und Frank Schniske (Kreis Aachen) konnten sehr viele Hinweise an die Politik mitnehmen, um eine regelmäßige Stromversorgung zu gewährleisten. Probleme bereiten nach wie vor die fehlenden Speichermöglichkeiten. Hier wäre es angesagt, vorrangig Fördergelder in die Forschung neuer Speicherelemente zu stecken.

Der Vorsitzende des Personalrats Herr Michael Lehmann berichtete über die hervorragenden Ausbildungschancen mit Übernahmegarantie. Man investiert in die Jugend für die Zukunft. In allem klang die Begeisterung für den Standort Weisweiler nach 2030 mit, allerdings mit anderen Aufgabenfeldern. Der Standort darf kein Auslaufmodell zu sein.

Nach 2stündiger Diskussion mit FDP- und Nicht-FDP-Mitgliedern folgte eine nochmals 2stündige Führung in alle Bereiche des Kraftwerks „von der Sohle bis zum Dach“. Ausgerüstet mit Sicherheitsschuhen, roten Kitteln, grünen Helmen und Kopfhörer marschierte die Gruppe an Turbinen vorbei, ließ sich die Monitore in hochmodernen Leitständen erklären, stieg durch trockene, staubige Hitze in den Kesselhäusern hinauf bis auf das Dach, wo Weihnachten der riesige Baum leuchtet.

Es blieb nur noch einen großen Dank an Max Bernrath und Michael Lehmann auszusprechen für den hochinteressanten informativen Nachmittag.

Kraftwerksbesuch

Liberale Frauen Aachen-Land

Der Bezirksverband Aachen lädt am 07.September 2017 um 14 Uhr zu einer Besichtigung des Kraftwerkes Weisweiler mit Diskussionsrunde zum Thema „eine wirtschaftliche Energieversorgung und Versorgungssicherheit“ ein.

Der Strom kommt aus der Steckdose! Warum soll ich mir Gedanken machen? Wenn es so einfach wäre, gäbe es keine Diskussion über Kohleabbau, Umwelt, Arbeitsplätze. Aber ein Unternehmen, das Strom erzeugt, muss wirtschaftlich denken, kann sich nicht von Ideologien leiten lassen, kann trotzdem verantwortungsvoll mit der Umwelt umgehen und die Energiewende unterstützen.

Diese Themen wollen wir zusammen mit dem Betriebsratsvorsitzenden des Kraftwerkes Weisweiler Herr Lehmann bei einer Führung mit anschließender Fragerunde erörtern. Ein Mitglied der Geschäftsführung (angefragt) ist evtl. bei der Führung dabei und steht für Fragen zur Verfügung.

Anmeldung sind bis zum 26.08.2017 per E-Mail unter Angabe der Personenzahl an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! möglich. Aus Sicherheitsgründen ist die Besichtigung auf max. 20 Personen begrenzt.

Liberale Frauen Aachen-Land

Aachen. Am Sonntag, dem 19.03. waren die Liberalen Frauen Kreisverband Aachen-Land als Vertreterinnen für die FDP am Stand der Euregioschau ganztägig anwesend. Mit einigen Besuchern wurden interessante Gespräche geführt.

Liberale Frauen Aachen-Land

Eschweiler. „Vielleicht brauchen wir bald größere Säle“, begrüßte Christian Braune als Vorsitzender des FDP-Stadtverbands am Donnerstagabend die rund 30 Gäste, die zum Bildungstalk „NRW braucht einen Bildungsspung!“ in das Haus Lersch nach Eschweiler gekommen waren.

Dagmar Göbbels, Organisatorin und Kreisvorsitzende der Liberalen Frauen, freute sich ebenfalls über die vielen Teilnehmer, die zuvor noch nie bei einer Veranstaltung der FDP dabei waren.

Nach kurzen Einführungsstatements von Yvonne Gebauer, der Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion für Schule und Weiterbildung, Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologenverbandes NRW und Marianne Schardt, ehemalige Schulleiterin der Pestalozzischule in Erkelenz und amtierende Bundesgeschäftsführerin des Verbandes Sonderpädagogik, begann eine lebhafte Diskussion unter den Gästen, Politikern und geladenen Fachleuten.

Hierbei zeigten die Anwesenden gleich zu Beginn der Veranstaltung ein besonderes Interesse beim Thema der schulischen Inklusion.

„Da wird die Inklusion per Gesetz verordnet und nach sechs Jahren Rot-Grün stehen wir vor einem bildungspolitischen Scherbenhaufen“, so Gebauer. Dabei haben wir ein so großartiges Schulsystem mit allen nur denkbaren Schulformen. Yvonne Gebauer fragte sodann, wie man den Lern- und Förderbedürfnissen aller Schüler gerecht werden könne, wenn sich diese in einem breiten Spektrum zwischen Hochbegabung und geistiger Behinderung bewegen. „Anstatt vernünftige Konzepte zu entwickeln, spielt Ideologie wieder die große Rolle - die Schulpolitik von Ministerin Löhrmann hat hier komplett versagt“, kritisierte die Freidemokratin.

Marianne Schardt machte im Laufe der Diskussion klar, dass es keine Alternativen zur sinnvollen Inklusion gäbe, bedauerte aber, dass in NRW die Inklusion zu Lasten des ehemals sehr gut ausgebauten Sonderschulsystems gehen. „Umso tragischer, dass viele Kommunen aufgrund der aktuellen Gesetzgebung ihre Förderschulen geschlossen, verkleinert oder zusammengelegt haben.“

Die UN-Konvention schreibt vor, dass Kinder nicht aufgrund von Behinderung von den allgemeinen Bildungssystemen ausgeschlossen werden dürfen und ein Recht auf eine qualifizierte und kostenlose Bildung in Primar- und Sekundarstufe haben. Dieses Recht sei in Deutschland seit vielen Jahren gewährleistet, da auch die Förderschulen ebenso zu unserem allgemeinen Bildungssystem gehören, wie die Regelschulen. In diesen Schulen gehe es darum, in kleinen Lerngruppen jedem Kind mit seinen eigenen individuellen Bedürfnissen und mit seinen eigenen individuellen Behinderungen gerecht zu werden – es auf seinen, den eigenen Fähigkeiten, Möglichkeiten aber auch Schwierigkeiten angepassten Weg zu leiten und zu begleiten. Eine solche Schule erfordere aufgrund kleinerer Klassen mehr Personal und vor allem zusätzlich speziell ausgebildetes Personal, welches nicht nur Lehrstoff vermitteln sondern ebenso therapeutisch auf jedes einzelne Kind eingehen müsse.

„Während sich die Schulpolitik immer nur um die Schwächeren kümmert, werden leistungsstarke Schülerinnen und Schüler vernachlässigt. Hier muss ein Umdenken stattfinden“ pflichtete Yvonne Gebauer dem Einwand einer Lehrerin zu, die darauf hinwies, dass die Förderung hochbegabter Schüler nicht vergessen werden dürfe. Die heutigen Schulklassen seien viel zu groß, ein ordentlicher Face-to-Face-Unterricht sei nur bis zu einer Klassenstärke von ca. 20 - 25 Schüler möglich, so die junge Lehrerin.

Peter Silbernagel stieß mit seiner Äußerung in die gleiche Kerbe, wonach es geboten sei, Unterricht derart zu gestalten, dass alle Fächer ausreichend gelehrt werden können.

Den Einwand eines Besuchers, Schüler besser auf das Leben vorzubereiten und den Lehrplan entsprechend auf moderne Lehrmittel umzustellen, die den geänderten Lebens- und Lernmethoden gerecht werden, wollten weder Peter Silbernagel noch Yvonne Gebauer so stehen lassen. Der Schule obliege die Vermittlung eines guten Allgemeinwissens, dazu gehören alle Fächer, also auch Geschichte und die klassischen MINT-Fächer, so Peter Silbernagel.

Yvonne Gebauer ergänzte, dass man die Eltern nicht aus ihrer allgemeinen Erziehungspflicht entlassen dürfe. „Früher hat die Oma das Kochen beigebracht, heute gibt es für alles ein Youtube-Video“, hieß es aus dem Publikum. Lebenslanges Lernen muss eine Selbstverständlichkeit werden und allen Interessierten möglich sein“ gab Christian Braune zu Bedenken.

Einige Besucher gingen konkret auf Probleme bei den Berufskollegs ein, die der Bundestagskandidat der Freien Demokraten für den Kreis Aachen-Land, Frank Schniske, aufgriff. Der Berufsschullehrer verwies hierbei auf die wichtige Rolle der Berufskollegs bei der Berufsvorbereitung. „Die Landesregierung tut zu wenig für diese Schulform, lieber werden Lieblingsprojekte wie Sekundarschulen und die Gesamtschulen gefördert“. Dem stimmte auch Yvonne Gebauer zu und versprach, sich stärker für die Belange der Berufskollegs einsetzen zu wollen, wenn die rot-grüne Landesregierung am 14. Mai abgewählt wird.


Diskutierten in Eschweiler intensiv über Bildungspolitik: Peter Silbernagel vom Philologenverband NRW, Marianne Schardt vom Verband Sonderpädagogik, Yvonne Gebauer, Landtagsabgeordnete der FDP sowie Anke Göbbels und Dr. Werner Pfeil, beide Landtagskandidaten der FDP aus den Kreisverband Aachen-Land (v. l.). Foto: Stefan Steins

Liberale Frauen Aachen-Land

Bericht aus der Aachener Zeitung vom 10.02.2017

Eschweiler. Die liberalen Frauen im Kreis Aachen-Land, hauptsächlich aber Teilnehmerinnen aus Eschweiler, haben eine Einladung von den beiden Mitgliedern des Landtags, Yvonne Gebauer und Angela Freimuth, angenommen und somit die Möglichkeit wahrgenommen, den Landtag in Aktion zu erleben.

Nicht nur die Architektur mit ihren hellen Arbeitsräumen und dem Blick auf den Rhein faszinieren, die Arbeitsweise, der Sitzungskalender und die Vielzahl der Ausschüsse gaben ein guten Eindruck von der Arbeit der Abgeordneten. Als Höhepunkt konnten die Teilnehmer der Exkursion von der Besuchertribüne aus die heftige Diskussion im Plenarsaal zum Fall Amri zwischen Innenminister Jäger, den Regierungsparteien und der Opposition live mitverfolgen. Wie ihnen erklärt wurde, verlaufe längst nicht jede Sitzung im Plenarsaal so kontrovers und emotionsgeladen.

Geplant war, dass der Besuch nach einer Stunde im Plenum und einer Gesprächsrunde gemeinsam mit den beiden Landtagsabgeordneten und anschließendem Kaffee und Kuchen beendet sein würde. Allerdings hatte die Gruppe das Glück, dass in der Besuchergruppe knapp 15 Mädchen verschiedenster Altersstufen, mit und ohne Migrationshintergrund zusammen trafen. Sie wurden von der Koordinatorin Sabine Osbelt im Namen des Vereins „Lobby für Mädchen“ eingeladen, die ebenfalls mit einer Gruppe Mädchen aus Köln zu Besuch war.

Austausch mit Flüchtlingen

Zu Beginn übersetzte eine Dolmetscherin die Fachbegriffe. In der späteren Diskussion trauten sich die jungen Mädchen, auf Deutsch Fragen zu stellen, obwohl sie seit weniger als einem Jahr in Deutschland leben und nach ihrer Ankunft sehr lange auf einen Platz in den begehrten Sprachkursen warten mussten. Diese Mädchen und jungen Frauen stammen hauptsächlich aus Syrien und dem Irak und haben das Ziel, soviel wie möglich über das Land, die Leute und die Sprache zu lernen. Der Kölner Verein versucht, sie zu unterstützen und ihnen neben Beratungsarbeit einen Raum für Freizeitgestaltung zu bieten.

Während der Kaffeepause erfuhren die Eschweiler viel über die momentane Lebenssituation der Flüchtlingsmädchen. Einige von ihnen wohnten mit ihren gesamten Familien seit neun Monaten in Turnhallen und vollkommen ohne Privatsphäre. Dort lebten 200 Personen mit zu wenigen Duschen und ohne Kochmöglichkeit. Angela Freimuth erklärte, dass in ihrem ländlichen Wahlkreis Wohnungen und Arbeit bereitständen, aber die Bürokratie lasse einen Wohnortwechsel nicht zu.

Uns wurde schnell klar, dass sich der Einsatz zur Integration vieler Familien aus den Kriegsländern lohnt.

Besuchergruppe im Landtag NRW

Liberale Frauen Aachen-Land

Besuch der Bilal-Moschee in Aachen

Aachen. Der Kreisverband der Liberalen Frauen Aachen-Land hat im Dezember letzten Jahres die drittälteste Moschee Deutschlands, die Bilal-Moschee in Aachen besucht, um Fragen zu stellen, Fragen zum islamischen Glauben, Fragen zur gegenwärtigen Situation, Fragen zum Islambild in Deutschland.

Das Islamische Zentrum Aachen (IZA) mit der Bilal-Moschee wurde in den 60er Jahren ursprünglich als Campus-Moschee für etwa 200 Studenten konzipiert, doch heute nehmen wöchentlich bis zu 800 Muslime am Freitagsgebet teil. Das IZA ist damit eine wichtige Anlaufstelle für viele Muslime aus Aachen und Umgebung.

Omar AllaouiMit Omar Allaoui und seiner jüngeren Schwester Sarah, eine gebürtige Aachenerin, fanden die Liberalen Frauen sowie interessierte Teilnehmer sachkundige Gesprächspartner, die die fünf Säulen des Islam, die Suren aus dem Koran und die Lehren vom Islam verständlich erklären konnten. Tatsache ist, dass das Alte Testament bei Christen und Muslimen gleichermaßen gilt. Wir haben den gleichen Ursprung, dazu gehören auch die 3,6 Millionen friedliebenden Muslime in Deutschland.

Zunehmende Medienberichte in den letzten Tagen, Wochen und Monaten über den Terrorismus erzeugen in der Öffentlichkeit eine unterschwellige Angst vor dem Islam. In mancher Hinsicht vielleicht berechtigt, zumal viele Gräueltaten im Namen des Glaubens begangen wurden. Betrachtet man die Geschichte, so haben sich auch Christen im Namen des Glaubens jahrzehntelang bekämpft.

Doch die Muslime in Deutschland dürfen nicht unter Generalverdacht gestellt werden. Muslime haben wie alle anderen religiösen Menschen in Deutschland einen berechtigten Anspruch auf Akzeptanz und Solidarität. Es kann nicht sein, dass das Islambild in Deutschland nur durch die verschwindend kleine Minderheit von Rechtspopulisten geprägt wird. Toleranz erfordert hier mehr gegenseitige Aufklärung und Offenheit.

Weltoffenheit und religiöse Freiheit sind schon immer Grundpfeiler liberaler Politik gewesen und gerade in der heutigen angespannten weltpolitischen Situation ist es wichtig, den Kommunikationsfaden zu intensivieren.

Mit dem Besuch der Bilal-Moschee setzen die Liberalen Frauen ihre erfolgreiche Reihe zur Erkundung religiöser Gebetsstätten fort, nachdem sie bereits im August 2015 die Aachener Synagoge besichtigt hatten. Man war sich einig, dass dieser Besuch zum Verständnis für die islamische Kultur beitragen konnte. Mit dem Dialog konnten Vorurteile abgebaut und das Misstrauen gegen den Islam ein Stück überwunden werden. (Stefan Steins)

Liberale Frauen in der Bilal-Moschee

Liberale Frauen

Die nächste Mitgliederversammlung der Liberalen Frauen findet am Samstag, dem 12. November, von 12.30 - 15.30 Uhr, in den Räumlichkeiten der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Potsdam statt. Auf der Tagesordnung steht vor allem die Neuwahl des Bundesvorstandes.

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung findet ein Strategieworkshop in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Naumann-Stiftung über die künftige Positionierung der Liberalen Frauen statt. Geplant ist auch ein gemeinsames Abendprogramm. Wer über Nacht bleiben möchte, kann am nächsten Morgen per S-Bahn mit nach Berlin reisen und ab 11.00 Uhr am FDP-Freiheitskonvent teilnehmen.

Die Mitgliederversammlung ist eine Vollversammlung, jedes Mitglied der Liberalen Frauen ist also stimmberechtigt. Der Bundesvorstand würde sich freuen, wenn möglichst viele Mitglieder an dem Treffen teilnehmen würden.

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RWE-Logo

Eschweiler. Auf Einladung der FDP Eschweiler und der Liberalen Frauen im Kreisverband Aachen-Land konnten sich am Freitag, den 24. Juni 2016, etwa 20 Teilnehmer ein genaues Bild vom Braunkohletagebau Inden und den rekultivierten Indeauen direkt vor Ort machen.

Doch zuvor gab es im Besucherzentrum der RWE Power AG am Kraftwerk Weisweiler Wissenswertes von Herrn Eyll-Vetter zum Thema Braunkohle im Rheinischen Revier. Schnell wurde klar, welchen besonderen Stellenwert die Braunkohle für unsere Versorgungssicherheit hat. Mit Blick auf die Energiewende bleibe Braunkohle auch weiterhin die wichtigste Sicherheitssäule in der Stromversorgung, betonte der Bergbauingenieur in seinem Vortrag. Derzeit lagern noch 320 Millionen Tonnen Braunkohle im Tagebau Inden zwischen der A44 im Norden und der A4 im Süden, die bis zum Jahre 2030 für die Versorgung des Kraftwerks Weisweiler abgebaut werden. Damit bleibe die Braunkohle auch weiterhin eine zuverlässige Basis für die hiesige Energieversorgung. Auch die FDP, die mit Ulrich Göbbels im Braunkohleausschuss der Bezirksregierung Köln vertreten ist, ist der Überzeugung, dass die Stromerzeugung aus fossilen Quellen zur Gewährleistung von Versorgungssicherheit und einer wirtschaftlichen Energieversorgung auf absehbare Zeit unverzichtbar ist. Wer will schon ohne Strom dastehen, in der Nacht und bei Windstille?

Es folgte eine lebhafte Diskussion um die Arbeitsplätze rund um RWE, um die Sicherheit der Arbeitskräfte und natürlich über die Familien in Eschweiler, deren Zukunft bei einer vorzeitigen Schließung des Tagebaues nicht gesichert wäre.

Führer im Tagebau IndenAnschließend ging es im Mannschaftswagen unter der fachkundigen Führung von Herrn Schleiden in den Tagebau Inden. Die Kohleflöze sind dort bis zu 45 Meter mächtig und liegen bis zu 230 Meter tief unter der Erdoberfläche. Mit gewaltigen Schaufelradbaggern – von unten wirken die Menschen wie Zwerge vor dem Riesen- werden jährlich rund 19 Millionen Tonnen Braunkohle für das Kraftwerk Weisweiler gefördert. Auf 45 kilometerlangen Förderbändern wird die gewonnene Braunkohle in das nahegelegene Kraftwerk befördert und der Abraum zu den Absetzern transportiert, die diesen auf der Verkippungsseite des Tagebaus wieder verteilen. Gerade einmal vier Mitarbeiter braucht es, um dank modernster Elektro- und GPS-Technik mittels Joystick einen Schaufelradbagger mit einem Gewicht von 8.000 Tonnen und 11.000 PS Leistung zu steuern. Interessant waren auch die Begrünungen im Tagebau und an den Kohlebändern, die nur dem Staubschutz dienen.

Der zweite Teil der Besichtigungstour führte die Besucher unter der Leitung von Lutz Jünemann von den rekultivierten Indeauen des Tagebaus bis zum Aussichtspunkt nahe Schophoven. Der ursprünglich fünf Kilometer geradlinige Verlauf der Inde durch den Tagebau wurde mit dem Bau eines neuen Flussbetts von Lamersdorf bis Kirchberg über zwölf Kilometer um den Tagebau herum durch eine neue Aue geführt, einem Naherholungsgebiet mit Brücken, langen Wanderwegen undartenreicher Vegetation – ein Plus für Eschweiler. Das wichtigste Projekt im Rahmen der Rekultivierung ist der Restsee Inden, der am Ende der Braunkohleära mit seinen elf Quadratkilometern Wasserfläche einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Zukunft unserer Region darstellen wird.
Entgegen der Meinung der Aktivisten gegen die Braunkohle entstehen hier Landschaftszüge, die es vorher so nicht gegeben hat, der Blausteinsee, die Sophienhöhe mit vielen Attraktionen und einem Weitblick über dem ehemals flachen Gelände und in Zukunft dem großen Restsee, der eine ganz andere Art von Arbeitsplätzen schaffen wird.
Wenn aber der Strompreis weiter so niedrig für die Hersteller bleibt, könnte schnell die Rekultivierung ins Stocken geraten und eine Mondlandschaft übrig bleiben. Hoffen wir auf eine vernünftige und nicht ideologische Lösung.

Christian Braune, Vorsitzender der Eschweiler Liberalen und Dagmar Göbbels von den Liberalen Frauen des Kreises Aachen-Land, bedankten sich am Ende der etwa dreistündigen Veranstaltung bei Herrn Jünemann im Namen aller Teilnehmer für interessante Informationen und eine lehrreiche Führung, die trotz der unbeständigen Wetterlage ohne Regen stattfinden konnte.

Besuchergruppe im Tagebau Inden

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Kreishandwerkerschaft

Städteregion Aachen. Frauen und Handwerk – passt das? Sind Handwerksbetriebe bereit, Mädchen auszubilden? Und: Wollen junge Frauen eigentlich einen Handwerksberuf erlernen? Darüber diskutierten die Liberalen Frauen Kreisverband Aachen-Land jetzt mit dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Aachen, Ludwig Voß.

„Absolute Unkenntnis über Handwerksberufe“ herrsche bei Mädchen, ist Dagmar Göbbels überzeugt. Und es gebe Vorurteile wie „Die nehmen doch gar keine Mädchen“, oder es mangele an Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, wie Äußerungen wie „Jungs können das Technische besser“ zeigten. Göbbels, Kreisvorsitzende der Liberalen Frauen, weiß, wovon sie spricht, hat sie doch 40 Jahre an einem Berufskolleg gearbeitet. Sie ist überzeugt, dass das Handwerk davon profitieren würde, gingen die Betriebe stärker als bisher auf Mädchen zu.

Frauen zugast bei der KreishandwerkerschaftDie Bereitschaft, junge Frauen auszubilden, habe in den letzten Jahren durchaus zugenommen, betonte Ludwig Voß. Er räumte allerdings ein, dass es immer noch Betriebe gebe, die nur junge Männer ausbildeten und beschäftigten. Aber das würden immer weniger. Ob da wohl der drohende Fachkräftemangel eine Rolle spielt? „Möglich“, meint Voß. Vielleicht liege es aber auch daran, dass es mittlerweile auch in klassischen Männerberufen vereinzelt Meisterinnen gebe und Frauen, die erfolgreich den eigenen Betrieb führten. Das gelte etwa für die Berufe Fliesenleger, Zimmerer, Elektriker oder Dachdecker. „Es sind immer noch deutlich weniger als in gestaltenden Handwerksberufen – bei den Buchbindern sind 80 Prozent der Beschäftigten Frauen und weit über 60 Prozent der Meister weiblich.“ Aber jedes Jahr entscheiden sich laut Voß mehr junge Frauen für eine Ausbildung im Handwerk. „Große Kfz-Betriebe etwa bilden gerne Mädchen aus und setzen sie in der Kundenberatung ein.“

Gute Mitarbeiter wichtig

Grundsätzlich, unterstrich Voß, gelte auch im Handwerk: „Auf gute Mitarbeiter verzichtet keiner gerne.“ Und so stellten sich Handwerksbetriebe darauf ein, dass ihre Beschäftigten – Männer wie Frauen – Familie und Beruf unter einen Hut bringen wollen. „Große Betriebe können das natürlich besser als kleine“, sagte er. In kleineren Firmen müsse man dafür mehr darauf achten, ein Team zu haben, das funktioniert.

Am Ende der lebhaften Diskussion waren sich die liberalen Frauen und der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft einig: Frauen und Handwerk – das passt. Sie müssen aber noch besser zueinander finden.

von Jutta Geese
Aachener Zeitung, 18.05.2016

Frauen zugast bei der Kreishandwerkerschaft

Liberale Frauen Aachen-LandFrauen in Führungspositionen, mehr Frauen in gehobenen Stellungen – kontrovers diskutiert, oftmals ein Wunschdenken.
Im Handwerk scheint dieses Problem geringer zu sein. Töchter übernehmen den väterlichen Betrieb, Ehefrauen müssen ihren „Mann“ stehen im eigenen Betrieb. Meisterinnen in männerdominierten Berufen sind keine Seltenheit.

Warum funktioniert es im Handwerk und in der restlichen Gesellschaft nur bedingt?
Warum haben Frauen Erfolg im Handwerk?

Dieser Frage wollen die Liberalen Frauen Kreisverband Aachen-Land zusammen mit Herrn Kreishandwerksmeister Herbert May und Herrn Ludwig Voss, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Aachen, sowie weiteren Gästen am Montag, dem 2. Mai 2019, um 19 Uhr im großen Sitzungssaal der Kreishandwerkerschaft Aachen diskutieren.

Die Einladung hängt dieser Meldung an. Gäste sind herzlich willkommen. Um Anmeldung wird gebeten.