Libellen Dortmund

Über seine Arbeit zum Thema „Freiheit“ in den Printmedien referierte Thomas Roessing am 31.08.2017 beim Themenabend der Lib`ELLEn Dortmund: „Der Freiheitsindex Deutschland wird seit 2011 jährlich vom John-Stuart-Mill Institut für Freiheitsforschung (http://www.mill-institut.de) erhoben. Der Index besteht aus repräsentativen Bevölkerungsumfragen zu Themen der Freiheit, die das Institut für Demoskopie in Allensbach anfertigt und einer Medieninhaltsanalyse, die an der Universität Mainz entwickelt wurde und seit 2016 vom der Medienagentur MCT in Dortmund (www.mct-dortmund.de) erstellt wird.

 Thomas RoessingBezugspunkt für die Indexbildung ist eine angenommene ausgewogene Berichterstattung in der die Hälfte der Beiträge die Perspektive der Freiheit einnimmt und die andere Hälfte die Perspektive der jeweiligen Gegenkonzepte Verbot, Gleichheit und Zwang. Dieselbe Logik wird bei den Umfrageergebnissen verwendet. Beispiele:
• 60 % der Befragten sind gegen Verbote: Indexwert +10
• 38 % der untersuchten Medienbeiträge sind für Selbstbestimmung: Indexwert -12

Der Freiheitsindex Deutschland entsteht, indem der Mittelwert der folgenden Teil-Indexwerte berechnet wird:#
• Befragung zum gesellschaftlichen Wert der Freiheit (Ist jeder seines Glückes Schmied? Freiheit oder Gleichheit? Ruf nach Verboten),
• Befragung zum individuellen Freiheitsgefühl (Befragte, die sich sehr frei fühlen und Anteil der Befragten, die meinen, dass man in Deutschland seine politische Meinung frei äußern kann)
• Medienindex (Mittelwert aus der Berichterstattung über Verbot vs. Selbstbestimmung, soziale Mobilität und Gleichheit vs. Freiheit)

Der bisher niedrigste Wert des Freiheitsindex Deutschland wurde 2014 beobachtet: -7. Das lag insbesondere an dem sehr niedrigen Medien-Index (-38). 2016 lag der Gesamtindex erstmals im positiven Bereich, wenn auch mit +0,33 nur knapp.“ (Zusammenfassung durch Thomas Roessing, Communication & Mass Media Researcher beim John-Stuart-Mill Institut, verantwortlich für die Medieninhaltsanalyse)

Am Ende der interessanten Veranstaltung beantwortete Herr Dr. Roessing die Fragen der zahlreichen Teilnehmer und wies darauf hin, dass am 12. September 2017 der Freiheitsindex 2017 den Medien vorgestellt wird.
(Anmerkung: inzwischen erschienen bei Humanitas Online, ISBN 978-941743-69-4)

Besucher bei der Veranstaltung Freiheitsindex Deutschland

Lobby für Mädchen e.V.

Seit 2012 wird der 11. Oktober als Welt-Mädchentag gefeiert. Die Vereinten Nationen wollen damit auf die weltweit vorhandenen Benachteiligungen von Mädchen hinweisen. Der LOBBY FÜR MÄDCHEN e.V. hat seit dem 11. Oktober 2012 verschiedene Aktionen zum Welt-Mädchentag gemacht – vom Gespräch mit Kölner PolitikerInnen über einen Fachtag hin zur sehr erfolgreichen Aktion auf der Schildergasse und mehr.

In diesem Jahr lädt der Verein herzlich von 15-20 Uhr in seine Geschäfts- und Beratungsstelle (Fridolinstraße 14, Köln) ein. Dort wird mit dem Film „Mädchen haben eine Stimme“ ein Beitrag zum Thema Partizipation vorstellen. Der Verein hat Mädchen, die sein Mädchenzentrum besuchen, gefragt, was ihnen wichtig ist, was sie verändern würden, was sie beschäftigt.

Präsentiert wird erstmals auch die Wissen-Seite, die Fragen, die Mädchen und junge Frauen immer wieder bei uns einbringen, aufgreift und auf www.maedchenberatung-koeln.de ausführlich beantwortet. Ein Angebot für die, die nicht anrufen, mailen oder vorbeikommen wollen.

Und bei Kaffee/Tee & Gebäck kann am Welt-Mädchentag alles gefragt werden, was man schon immer über Lebenslagen von Mädchen und jungen Frauen – hier und heute und über die Arbeit des Vereins wissen wollten!

www.lobby-fuer-maedchen.de | www.facebook.com/LobbyfuerMaedchen

Liberale Frauen Rhein-Berg

Engagierte Frauen mit unterschiedlichen Berufen, unterschiedlichem Alter und unterschiedlichem politischen Background fanden sich bei der Gründungsversammlung am 14. September 2017 zusammen. Aber mit EINEM Interesse: Die Themen und Herausforderungen, die verstärkt Frauen – uns selber und andere – betreffen und die sehr viel mit unserer besonderen Konstellation zu tun haben, zu bündeln und anzupacken: Überall in unserem Gesellschaft - in der Ausbildung, im Beruf, bezüglich der Rente. In der Familie, in den Unternehmen, in der Kultur und auch in der Politik. Die Parteizugehörigkeit ist nicht wichtig. Entscheidend ist eine liberale Vorstellung davon, wie es in unserer Gesellschaft zugehen sollte!

Liberale Frauen Aachen-Land

„Da wo ich herkumm, weede Wolke jemaht!“ Inspiriert durch das Karnevalslied des letzten Prinzen konnte die Besuchergruppe um die Liberalen Frauen des Bezirks- und Kreisverbandes Aachen die Wolkenbildung vom Dach des Kraftwerkes Weisweiler hautnah miterleben.

Vorangegangen war ein interessantes Referat von dem stellvertretenden Leiter des Kraftwerks Herrn Max Bernrath über die Notwendigkeit der traditionellen Energieproduktion neben den erneuerbaren Energien. Diese stehen nicht regelmäßig zur Verfügung. Unsere moderne Industriegesellschaft braucht aber zu jeder Zeit elektrischen Strom und in ausreichender Menge. Wir hatten im Januar dieses Jahres z.B. eine Woche, in der die konventionellen Kraftwerke 97% und die erneuerbaren 3% geliefert haben. Also nur mit Strom und Wind wäre das Licht ausgegangen.

Der Landtagsabgeordnete der FDP Stefan Lenzen und die FDP-Bundestagskandidaten Katharina Kloke (Düren) und Frank Schniske (Kreis Aachen) konnten sehr viele Hinweise an die Politik mitnehmen, um eine regelmäßige Stromversorgung zu gewährleisten. Probleme bereiten nach wie vor die fehlenden Speichermöglichkeiten. Hier wäre es angesagt, vorrangig Fördergelder in die Forschung neuer Speicherelemente zu stecken.

Der Vorsitzende des Personalrats Herr Michael Lehmann berichtete über die hervorragenden Ausbildungschancen mit Übernahmegarantie. Man investiert in die Jugend für die Zukunft. In allem klang die Begeisterung für den Standort Weisweiler nach 2030 mit, allerdings mit anderen Aufgabenfeldern. Der Standort darf kein Auslaufmodell zu sein.

Nach 2stündiger Diskussion mit FDP- und Nicht-FDP-Mitgliedern folgte eine nochmals 2stündige Führung in alle Bereiche des Kraftwerks „von der Sohle bis zum Dach“. Ausgerüstet mit Sicherheitsschuhen, roten Kitteln, grünen Helmen und Kopfhörer marschierte die Gruppe an Turbinen vorbei, ließ sich die Monitore in hochmodernen Leitständen erklären, stieg durch trockene, staubige Hitze in den Kesselhäusern hinauf bis auf das Dach, wo Weihnachten der riesige Baum leuchtet.

Es blieb nur noch einen großen Dank an Max Bernrath und Michael Lehmann auszusprechen für den hochinteressanten informativen Nachmittag.

Kraftwerksbesuch

Plakat zum Frauenförderprogramm der Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit
Detailinformationen zum Förderprogramm gibt es im anhängenden PDF!

Anhänge:
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Libellen DortmundThemenabend der Lib'ELLEn Dortmund am 31.08.2017 in Dortmund

Referent: Dr. Thomas Roessing, Communication & Mass Media Researcher

Der Freiheitsindex Deutschland wird seit 2011 jährlich vom John-Stuart-Mill-Institut für Freiheitsforschung erhoben. Er besteht aus einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage, die das Institut für Demoskopie Allensbach durchführt und einer Medieninhaltsanalyse, für die unser Referent Dr. Thomas Roessing verantwortlich ist. Manche Ergebnisse sind überraschend, so der Befund von 2011, dass auch Menschen, die sagen, dass Freiheit ihnen wichtig ist, dazu neigen, nach staatlicher Regulierung und Verboten zu rufen. Andere Ergebnisse sind weniger überraschend, beispielsweise, dass die Perspektive der Freiheit es in den deutschen Leitmedien schwer hat, sie steht viel seltener im Vordergrund der Berichterstattung als konkurrierende Perspektiven wie Sicherheit oder soziale Gleichheit.

Dr. Thomas Roessing hat in den 90er Jahren in Mainz Publizistikwissenschaft, Politologie und Strafrecht studiert. Anschließend war er Projektmitarbeiter an der Universität Mannheim und ab 2002 wieder in Mainz. Nach seiner Promotion mit einer Arbeit über öffentliche Meinung im Jahr 2007 vertrat er 2010 bis 2011 die Professur für Medienkonvergenz. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Öffentliche Meinung („Schweigespirale“), Forschungsmethoden und Wissenschaftstheorie, sowie Online-Forschung. Auch hat er viel zu Wikipedia publiziert, sowie mehrere Studien zu Rezeption und Wirkung von Medieninhalten (z.B. Product Placement) durchgeführt und veröffentlicht.

Der Lib'ELLEn-Themenabend findet statt am Donnerstag, dem 31.08.2017, ab 19.30 Uhr (Einalss ab 19 Uhr) im Mercure Hotel Dortmund Centrum (ehemals Park Inn Hotel Olpe 2, Dortmund Mitte). Die Veranstaltung ist öffentlich. Interessierte Bürgerinnen und Bürger jeden Alters sind mit ihren Fragen und Diskussionsbeiträgen herzlich willkommen. Deshalb können Sie diese Einladung gern auch in Ihrem Bekanntenkreis weitergeben. Bitte melden Sie sich per Telefon unter 0231 / 551110 oder per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Mitverantwortlich für die Themenabende: Liberale Frauen, Kreisverband Dortmund

Liberale Frauen Aachen-Land

Der Bezirksverband Aachen lädt am 07.September 2017 um 14 Uhr zu einer Besichtigung des Kraftwerkes Weisweiler mit Diskussionsrunde zum Thema „eine wirtschaftliche Energieversorgung und Versorgungssicherheit“ ein.

Der Strom kommt aus der Steckdose! Warum soll ich mir Gedanken machen? Wenn es so einfach wäre, gäbe es keine Diskussion über Kohleabbau, Umwelt, Arbeitsplätze. Aber ein Unternehmen, das Strom erzeugt, muss wirtschaftlich denken, kann sich nicht von Ideologien leiten lassen, kann trotzdem verantwortungsvoll mit der Umwelt umgehen und die Energiewende unterstützen.

Diese Themen wollen wir zusammen mit dem Betriebsratsvorsitzenden des Kraftwerkes Weisweiler Herr Lehmann bei einer Führung mit anschließender Fragerunde erörtern. Ein Mitglied der Geschäftsführung (angefragt) ist evtl. bei der Führung dabei und steht für Fragen zur Verfügung.

Anmeldung sind bis zum 26.08.2017 per E-Mail unter Angabe der Personenzahl an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! möglich. Aus Sicherheitsgründen ist die Besichtigung auf max. 20 Personen begrenzt.

Libellen DortmundBericht über den Vortrag von Brigitte Leyh am 8.6.2017

Beim Themenabend der Lib’ELLEn am 8.6.2017 zeigte Frau Brigitte Leyh, Oberstudienrätin i.R., in ihrem Vortrag „Widerstände gegen die Mädchenbildung im 19. Jahrhundert“ , wie sich über die Jahrhunderte hinweg das Frauenbild entwickelte. So gibt es zwei Varianten der Schöpfungsgeschichte. In der ersten sind Adam und Eva gleichberechtigt, tradiert über die Jahrtausende ist jedoch die 2. Variante: Eva ist die Gehilfin für den Mann, sie ist wegen ihrer Neugier schuld an der Vertreibung aus dem Paradies, und die Strafe, dass sie unter Schmerzen gebären werde, führte tatsächlich im 19. Jahrhundert zu der Diskussion, ob der Gebrauch von Äther bei der Geburt nicht gegen die Bibel sei.

Auch heute noch entlarvt die Sprache den Umgang mit den Frauen. Während der Junge zum Mann (Junge/Mann = Maskulinum) reifte, war es das Mädchen oder das Fräulein (beides Neutrum), das erst durch die Heirat zur Frau (Femininum) wurde. Mädchen waren Mündel ihres Vaters, durch Heirat abhängig und fremdbestimmt vom Ehemann, körperliche Gewalt eingeschlossen. Der Mann hatte die Frau „im Griff zu haben“! Mit der Industrialisierung änderte sich das Frauenbild noch einmal. Der Mann wurde zum „Berufsmenschen und Geldverdiener“. Die bürgerliche Frau musste dem Mann ein gemütliches Heim bereiten, seinen Erfolg nach außen tragen, sollte ein positives Statussymbol sein. Töchter mussten deshalb möglichst eine „gute Partie“ machen.

Da nach damaliger Meinung zu viel Bildung für die Frauen schlecht für deren Gehirn sei, beschränkte sich ihre Bildung auf Lesen, Schreiben, Rechnen, Musik, Gesang, Handarbeiten, Benehmen, französisches Parlieren, alles oft vermittelt von unverheirateten Gouvernanten, die eben diese „Partie“ nicht geschafft hatten, ein Makel, der sie zu dieser Form von Arbeit zwang. Symbol für diese Zeit war auch das Korsett, es sorgte für „niedliches“ Aussehen und zähmte den freien Bewegungsdrang. Hilflosigkeit und demonstrierte Dummheit erhöhten die Heiratschancen, Intelligenz musste getarnt werden.

Noch um 1912 schrieb der Neurologe und Psychiater Paul Julius Möbius eine viel beachtete wissenschaftliche Abhandlung über den „physiologischen Schwachsinn des Weibes“! Und das, obwohl es viele gebildete Frauen gab. Hier seien exemplarisch genannt: Bertha Benz, Hope Bridget Adams, Clara Immerwahr, Margarete Steiff, Bertha von Suttner, Gertrud Hilgendorff, Luise Otto-Peters, Helene Lange, Gertrud Bäumer.

Dennoch wurde nach und nach gegen den damaligen starken männlichen (Experten-) Widerstand gegen das Selbstbestimmungsrecht der Frauen vieles erreicht: Seit 1908 gibt es die Zulassung von Frauen zu Universitäten, ab 1918 das Wahlrecht für Frauen, seit 1948/49 im Grundgesetz den Art. 3, Abs. 2 (durchgesetzt von Elisabeth Selbert, einer der 4 Frauen, die neben 61 Männern das Grundgesetz schrieben). Seit 1977 braucht die Frau nicht mehr die Erlaubnis des Ehemannes in Bezug auf die eigene Berufstätigkeit, seit 1997 gilt die Vergewaltigung in der Ehe als Delikt. Der Weg zur echten Gleichstellung der Frau war lang und steinig, vieles ist geschafft, aber es bleibt noch einiges zu tun, um die „gläserne Decke“ zu durchbrechen, die Frauen oft daran hindert, in Leitungspositionen aufzusteigen und mehr Einfluss zu gewinnen. (Edelgard Dingerdissen)