Vorsorge durch BildungCorinna Werwigk-Hertneck – Justizministerin a.D.- zu Gast bei den LiF – Stuttgart

Stuttgart. Am 17.06.2015 fand im Rahmen einer Einladung der LiF Stuttgart im Ratskeller die 3. öffentliche Veranstaltung der Vorfeldorganisation statt. Thema des Abends: Frauen in der Vorsorgefalle.

Nach der Begrüßung von Renata Alt – 1. Vorsitzende der LiF Stuttgart und neues Mitglied im Landesvorstand der FDP – öffnete Corinna Werwigk–Hertneck die Thematik für die Anwesenden mit Blick auf inhaltliche Wünsche 4 sowie eigenen Erfahrungen. Die Teilnehmer/Innen brachten sich ungeniert mit großer Offenheit ein; sehr schnell wurde jedoch deutlich, dass man sich vor Ort auf „hohem Niveau“ über die Inhalte austauscht. Demzufolge drängte sich die Fragestellung auf, inwieweit man „junge“ Frauen nicht nur zur Teilnahme an diesen Veranstaltungen, sondern auch zur „Vorsorge im Alter“ bewegen kann.

Hält man sich die aktuelle Gesetzgebung in Sachen Unterhaltsrecht vor Augen, so müsste dieser Themenkomplex aufgrund der Tatsache, dass jede 2. Ehe in Stuttgart geschieden wird, mehr denn je für die Frauen eine eminente Wichtigkeit darstellen. Doch die Realität spiegelt leider immer etwas andere Fakten und die damit verbundenen Schicksale wider.

Corinna Werwik-HertneckScheint es doch nahezu unmöglich „verliebt“ und auf Wolke 87 schwebend, sich mit Rentenversicherungsverträgen, Rentenanwaltschaft oder dem sicheren „Dach über dem Kopf“ zu beschäftigen, das im Grundbuch hoffentlich auf „Köpfe“ verteilt und so eingeschrieben bzw. dokumentiert wird. Die Justizministerin a.D. verwies auch auf die Möglichkeit, stets am Jahresende einen resümierenden Blick auf diese persönlichen wie auch absichernden Inhalte zu werfen, um sie gegebenenfalls zu reformieren. Denn, so Werwigk–Hertneck weiter, eines sollte jeder Person bewusst sein...Vorsorge durch Erbe ist nicht sehr realistisch; angesprochen wurde ein 3 –Säulen Modell: Rentenversicherung – Betriebsrente – private Vorsorge (Lebensversicherung/ Fonds/Aktien/ Immobilie). Das Letztere unterstreicht die Eigenverantwortung und Selbstständigkeit jedes Einzelnen; sprich, einen unersetzbaren Baustein des liberalen Fundaments! Bei der sehr lebhaften Diskussion wurde spätestens hier der Finger in eine Wunde gelegt, die stets etwas schmerzen wird und immer wieder Fragen aufwirft: Was tun die Menschen, denen es nicht vergönnt ist, aufgrund ihres Einkommens die „richtige“ Vorsorge zu treffen? Alle Anwesenden waren sich einig, dass dann der Staat, sprich, die Solidarität aller, greifen muss, damit ein würdevolles Dasein bis zum Lebensende gewährleistet ist. Doch wo beginnt dies Solidarität und wo hört sie auf? Wie sensibilisiert man die Menschen für diese Eigenverantwortung? Die Gastreferentin brachte auch dies auf den Punkt! Vorsorge durch Bildung! Und Bildung erfährt man nach und mit dem Elternhaus in der Schule. „Gemeinschaftsunterricht“ so Werwigk–Hertneck, gäbe wieder Raum für diese Wissensinhalte; Inhalte, die auf das Leben nicht nur vorbereiten, sondern auch zur Eigenverantwortung und Mündigkeit befähigen.

Mit diesem Hinweis fand sie sich, gleich der Aussage von Guido Westerwelle – Bundesaußenminister a.D.- wieder in einem Boot, der schon am 29.01.2001 in der Stuttgarter Zeitung sagte: „Das Thema Bildung gehört auf Platz 1 der FDP“.

Wahlstrategisch wurde es Land auf, Land ab immer gut vermarktet, jedoch, spätestens nach Abgabe des Wahlscheins, leider! in der Wahlurne versenkt. Dies hat sich in den Wahlergebnissen der letzten Jahre bitter gerächt!

Darum, packen wir es an, helfen wir mit aller Kraft – insbesondere in den kommenden Monaten bis März 2016 - mit, so dass die „Falle“ in keinem Bereich mehr zuschnappt! In diesem Sinne: Vorsorge durch „Bildung“ ab jetzt und für die Zukunft! (SW)