PIEPER: Wir wollen Gesprächspartner der Gewerkscha

PIEPER: Wir wollen Gesprächspartner der Gewerkschaften sein

Berlin, den 15.06.2009 - Die stellvertretende FDP-Vorsitzende CORNELIA PIEPER äußerte sich heute in einem Schreiben an den ve.rdi-Vorsitzenden FRANK BSIRSKE zum Anliegen der heutigen großen Kita-Demo in Köln. Das Schreiben hat folgenden Wortlaut:

„Sehr geehrter Herr Bsirske,

mit großer Verwunderung habe ich über die Nachrichtenagenturen erfahren, dass Ihre Gewerkschaft zur heutigen Großkundgebung für mehr Gehalt der Erzieherinnen und Erzieher und deren besseren Gesundheitsschutz Vertreter der CDU, der SPD, der Grünen und der Linken als Redner nach Köln eingeladen hat. An die FDP haben Sie - jedenfalls nach unserem Wissensstand - keine derartige Einladung gerichtet. Es wäre freundlich, von Ihnen den Grund dafür zu erfahren.

Die FDP sieht sich als selbstverständlicher Gesprächspartner der Gewerkschaften, zumal in einer so wichtigen Angelegenheit. Eine bessere frühkindliche Bildung ist ganz wesentlich dafür, dass die Bildungspolitik unseres Landes insgesamt entscheidend vorankommt. Bekanntermaßen haben die Bildungswissenschaft und die Gehirnforschung längst nachgewiesen, dass ein Mensch nie wieder so schnell und intensiv lernt wie bis zum sechsten Lebensjahr. Wenn wir das Gold in den Köpfen unserer Kinder heben wollen, dann müssen wir dafür auch die notwendigen finanziellen Mittel bereitstellen. Das hätte ich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Ihrer Kölner Veranstaltung heute gerne gesagt.

Es geht darum, die Bildungsinvestitionen in Deutschland, die unter dem OECD-Durchschnitt liegen, entscheidend zu steigern - und zwar nicht länger nur auf dem Papier. Es geht aber auch darum, den Berufsstand des Erziehers und Lehrers gebührend aufzuwerten. Ich halte es für einen Skandal, dass wir neben Österreich das einzige Land in Europa sind, das ein Fachhochschul-Studium für den Erzieherberuf nicht zur Regel macht und in dem Weiterbildungsoffensiven für Erzieher am Geld scheitern.

Wir Liberale werben für eine Allianz von Familien- und Bildungspolitik und dafür, ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Betreuungs- und Bildungsgutschein des Bundes für Krippen- und Kindergartenplätze einzuführen, um Schritt für Schritt einer beitragsfreien Kinderbetreuung näher zu kommen.

Beim letzten GEW-Bundeskongress in Nürnberg habe ich unsere Positionen dazu vertreten dürfen. Ich bedauere es, dass wir heute in Köln unsere Positionen nicht vortragen konnten. Die Gewerkschaften sollten für derart wichtige gesellschaftspolitische Fortschritte mit uns und nicht gegen uns streiten.

Mit freundlichen Grüßen


Ihre Cornelia Pieper“


Cornelia Pieper

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