Münsterland

No panic for organic - Sag JA zur Organspende"

MÜNSTER, den 29.10.2008 - Die Liberalen Frauen des Münsterlandes unter dem Vorsitz von Gisela Schulze Horn und Dieter Kemmerling von der Intitiative "No panic for organic - Sag JA zur Organspende" hatten gemeinsam zu einem Informationsabend über das schwierige Thema der Organspende ins Laguna Blu in Münster eingeladen. Knapp über 40 Besucher waren dieser Einladung gefolgt und informierten sich am Abend über das Für und Wider rund um das Thema der Transplantation. Als fachkundige Kenner referierten unter der Moderation von Gisela Schulze Horn: Prof. Dr. Hartmut H.-J. Schmidt, Transplantationsbeauftragter der Universitätsklinik Münster, Dieter Kemmerling von der Initiative 'No panic for organic - Sag JA zur Organspende' und der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion MdB Daniel Bahr.
Auf der Warteliste stehen bundesweit 12.000 schwerkranke Patienten, die oft jahrelang auf ein Spenderorgan warten. Täglich sterben drei Menschen, die vergeblich auf ein neues Organ gewartet haben. Deshalb ist es Dieter Kemmerling ein grosses Anliegen das Thema weiter in die Öffentlichkeit zu tragen: "Ich wünsche mir 82 Millionen ausgefüllte Organspendeausweise!" Ein nachvollziehbarer Wunsch, wenn man bedenkt, dass dadurch anderen Menschen das Leben über die Organspende gerettet wird.

Prof. Dr. Hartmut H.-J. Schmidt erklärte den Anwesenden, dass nur ein ganz kleiner Kreis von Menschen in die Situation geraten kann, als Spender in Betracht zu kommen: In der Regel seien es Unfallopfer oder Patienten, die in der Intensivmedizin bis zu ihrem Hirntod betreut wurden und deren Herz-Kreislauf-System anschließend noch künstlich für eine kurze Zeitspanne aufrechterhalten werden kann. Und genau das ist das Dilemma in dem die Angehörigen dann oft stecken: Häufig ist die Diagnose 'Hirntod' für die Angehörigen gar nicht fassbar. Laien können den Hirntod eines Menschen von komatösen Patienten nicht unterscheiden, vor allem nicht, wenn medizinische Geräte den Kreislauf und damit die Durchblutung der Organe sicherstellen. Er veranschaulichte den Ablauf einer Organspende: "Der Patient wird von uns medizinisch versorgt. Das steht an erster Stelle! Wenn er ins Koma fällt, kommt die sogenannte Hightech-Medizin zum Einsatz. Versagt das Gehirn, müssen verschiedene Ärzte unabhängig voneinander und mit zeitlichem Abstand den irreversiblen Hirntod des Patienten feststellen. Dann wird der Patient für tot erklärt. Erst ganz zum Schluss wird über die Möglichkeit einer Organspende nachgedacht.“
Das es sich bei der Organspende um ein solidarisches System handelt, machten Dieter Kemmerling und der Bundestagsabgeordnete Daniel Bahr deutlich. Die Politik unterstützt die Information und fordert die Eigenverantwortlichkeit der Bürger. "Ein Widerspruchssystem wie in der Schweiz kann ich mir in Deutschland schwer vorstellen", so Daniel Bahr. In Deutschland gilt seit 1996 das Transplantationsgesetz in der Form einer erweiterten Zustimmungslösung. 80 Prozent der Bevölkerung ist der Organspende gegenüber positiv eingestellt, jedoch füllen viel zu wenige (ca. 12 Prozent) einen Organspendeausweis aus und tragen ihn bei sich. Viel zu wenige beschäftigen sich im Vorfeld über den Tod. Ein Thema, was keiner gerne thematisiert. Dabei sollte man sich zu Lebzeiten entscheiden, ob man der Organspende positiv oder negativ gegenübersteht. Denn das kleine Kärtchen in Kreditkartengröße macht die eigene Einstellung zur Organspende deutlich, schließlich kann auch angegeben werden welche Organe nicht entnommen werden sollen oder ob man die Spende von Organen gar ablehnt. Auf jeden Fall sollte in der Familie das Thema besprochen werden, damit Angehörige informiert sind wenn der Ernstfall eingetreten ist. Für viele Angehörige ist es ein Trost und eine Art von Trauerbewältigung über den plötzlichen Verlust eines geliebten Menschen, wenn dafür drei bis fünf schwer Erkrankten geholfen werden kann.
Für Personen, die der Organspende positiv gegenüber stehen gibt es leider noch keine Datenbank, auf die bundesweit zentral zurückgegriffen werden könnte. Deshalb ist es sehr wichtig, den Organspendeausweis bei sich zu tragen. Eine Altersgrenze für Spender gibt es übrigens nicht!


Weitere Informationen zur Organspende erhalten Sie unter www.nopanicfororganic.de!
Weitere Informationen zu Veranstaltung erhalten Sie unter www.liberale-frauen-muensterland.de


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