Aktionstag zum Equal-Pay-Day

Bundesweiter Aktiontag am 19.03.2009

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
Fazit: es hat sich etwas bewegt, aber es muss noch viel getan werden


BERLIN, den 29.03.2009 - Im Jahr 2008 haben die Business and Professional Women den Equal Pay Day ins Leben gerufen. Das ist der Tag, bis zu dem Frauen arbeiten müssen, um den gleichen Lohn wie Männer im Jahr zuvor zu erhalten. In diesem Jahr hatte sich auch erstmals ein Aktionsbündnis aus Wirtschaftsverbänden und Frauenorganisationen formiert, die sich gemeinsam für den Abbau von Lohnunterschieden zwischen Männern und Frauen einsetzen. Die Liberalen Frauen haben dieses Aktionsbündnis mit einem bundesweiten Aktionstag am 19.03.2009 unterstützt. In fast allen Landesverbänden fanden Aktionen statt. Bei den Veranstaltungen in Brandenburg und Sachsen trat Frau Rechtsanwältin Susanne Köhler als Referentin auf. und referierte zum Thema gleicher Lohn für gleiche Arbeit unter dem besonderen Gesichtspunkt der Antidiskriminierungsrichtlinien der EU. Mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft diskutierten die Liberalen Frauen in Berlin, Sachsen-Anhalt und im Saarland. Die Liberalen Frauen in Sachsen-Anhalt luden zusammen mit dem Landesfrauenrat ins Bundeswehr Sanitätsregiment 32 in Weißenfels um sich über Berufschancen bei der Bundeswehr zu informieren. Bei einer Veranstaltung in Hessen stand das Thema Altersarmut, das insbesondere Frauen trifft im, Mittelpunkt. Mit dem Thema Frauen in Spitzenpositionen beschäftigten sich die Liberalen Frauen aus dem Münsterland beim Besuch der Brauerei Pinkus Müller, die von einer Frau geleitet wird. Einen Überblick über die einzelnen Veranstaltungen finden Sie auf dieser Seite.


Berlin

Reine Einstellungssache!

Der Bundesverband Liberale Frauen und der Berliner Landesverband hatten am Vorabend des "Equal Pay Day", am 19.3.09, zu einer gemeinsamen Veranstaltung in das Thomas-Dehler-Haus in Berlin geladen.

Brigitte Hirl-Höfer, Personalchefin von Microsoft Deutschland, Dr. Martina Rudy, Leiterin Kommunikation der Süwag Energie AG, Peter Clever, Mitglied der Geschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und Dirk Niebel, Generalsekretär der FDP, diskutierten über das Thema "Reine Einstellungssache" und gingen der Frage nach, für wen sich eine Balance zwischen Frauen und Männern auszahlt. Moderiert von Mieke Senftleben, Bundesvorsitzende der Liberalen Frauen, kamen die Teilnehmer des Podiums zu dem Schluss, dass eine Balance zwischen Männern und Frauen im Berufsleben sich für beide Geschlechter auszahlt, und zwar sowohl im privaten wie auch im beruflichen Leben, d.h. mit positiven Auswirkungen auch auf das Privatleben. Die Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass schon ein rein zahlenmäßig ausgewogenes Verhältnis in Teams und Arbeitsgruppen von Vorteil ist, nicht nur im Hinblick auf das Arbeitsklima, sondern auch im Hinblick auf die Arbeitsqualität. Umso wichtiger sei es, auch ein leistungsmäßig ausgewogenes Verhältnis zwischen Männern und Frauen zu schaffen, zu dem nicht zuletzt ein adäquates, d.h. leistungsorientiertes und leistungsgerechtes Verhältnis hinsichtlich des Arbeitsentgeltes beitrage. Die Quotenfrage wurde nicht ausgespart, wenn auch unterschiedlich beurteilt, wobei sich allerdings keine spezifische Männer- oder Frauensicht abzeichnete. Die Diskussion endete mit einem Appell zur Teilnahme an den Aktionen des "Equal Pay Day", der am darauf folgenden Tag, dem 20. März 2009, in allen größeren Städten stattfand.
(von Dr. Frauke Jung-Lindemann, Liberale Frauen Berlin)


Kurpfalz

„Frauen – Selbstwert & Marktwert – Gleiches Geld – Jetzt !“
Equal pay day 2009 – Liberale Frauen Kurpfalz

Unter dem Titel „Frauen – Selbstwert & Marktwert – Gleiches Geld – Jetzt !“ beteiligten sich die Liberalen Frauen Kurpfalz mit einer Podiumsdiskussion in der Volkshochschule Heidelberg am bundesweiten equal pay day 2009. Silvia Kleemann, Unternehmerin und zweite Vorsitzende der Business and Professional Women Mannheim-Ludwigshafen und Agnes Gardemann, Soziologin und selbständiger Coach für Management und Personalberatung diskutierten unter der Moderation von Dr. Birgit Arnold, frauenpolitische Sprecherin der FDP/DVP-Landtagsfraktion und Bezirksvorsitzende der Liberalen Frauen Kurpfalz, die Frage, warum immer noch Frauen in Deutschland unter dem Strich 22 Prozent weniger verdienen als Männer. „Nicht weil sie weniger leisten, sondern weil sie für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt werden, deutlich mehr in Teilzeit arbeiten, sich typische und schlechter bezahlte Frauenberufe aussuchen und ihre Karrierechancen deutlich schlechter sind, weil sie auch heute noch überwiegend die Doppelbelastung von Familie und Beruf tragen müssen“, brachte Dr. Arnold einleitend das Problem auf den Punkt. Silvia Kleeman unterstrich die Bedeutung des equal pay day: „Wissenschaftliche Studien und Diskussionen am Weltfrauentag bringen uns nicht wirklich weiter. Das Thema muss öffentlich werden.“ Deshalb haben die Business and Professional Women Germany diesen Aktionstag 2008 ins Leben gerufen. „Frauen können in vielerlei Weise selbst aktiv werden, um ihre Einkommenssituation zu verbessern. Weg von den klassischen Frauenberufen und eine aktive Karrieregestaltung statt eines Mauerblümchendaseins“, dazu forderte Kleemann ihre Geschlechtsgenossinen auf.
Auch Agnes Gardemann unterstrich, dass Frauen ihre Anliegen stärker durchsetzen und ihre Stärken gekonnter auspielen müssten vor allem bei Gehaltsverhandlungen und bei Bewerbungen um Führungspositionen. „Viele Frauen neigen hier leider zur Selbstausbeutung“, bedauerte die Soziologin. Die Referentinnen waren sich mit den intensiv mitdiskutierenden Zuhörerinnen einig – die vom Bundesarbeitsgericht schon in den 50er Jahren für rechtswidrig erklärten „Frauenabschläge“ müssten endlich verschwinden, die freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft dazu auch wirklich umgesetzt werden, die Gestaltung der Arbeitszeit auch für Führungspositionen flexibler werden und die gesellschaftliche Einstellung zur Erwerbsbeteiligung von Frauen sich deutlich ändern. „Drei Viertel der Väter und über die Hälfte der Mütter wünschen sich eine Reduzierung ihrer Arbeitszeit. Wenn wir die Erziehungsleistung auf beide Schultern verteilen, die der Mütter und der Väter, dann gibt es genug Raum für die Familie und die berufliche Entwicklung beider Eltern“, skizzierte Dr. Arnold abschließend ihre Vision einer modernen Balance zwischen Familie und Beruf.
Bericht: Dr. Birgit Arnold


Münsterland

Frauen in Spitzenpositionen - immer noch die Ausnahme in Deutschland
Besuch der Brauerei Pinkus Müller im Rahmen des Equal Pay Day

Die Liberalen Frauen Münsterland trafen sich am 24. März 2009 zur Besichtigung der modernen Abfüllanlage für Flaschenbiere der Brauerei Pinkus-Müller in Laer.

Das Traditionsunternehmen, welches in langjähriger Familientradition seit 1998 in 5. Generation von Barbara Müller, Mutter von 4 Kindern, geleitet wird besteht schon seit dem Jahre 1816! Gemeinsam mit ihren Eltern Annemarie und Hans Müller und ihrem Ehemann Friedhelm Langfeld führt sie die Gaststätte und Brauerei. Dabei steht Qualität für die Familie an oberster Stelle. Bei Pinkus werden jährlich rund 20.000 Hektoliter Bier produziert und weltweit exportiert.
 
Beim 'Equal Pay Day' geht es um die Kernfrage, wie die Arbeitsleistung von Frauen und Männern fair bewertet werden kann. Und darum, wie gleiche Verdienstchancen - bei gleicher Arbeit - für alle geschaffen werden können. Fakt ist: Mit einem durchschnittlichen Verdienstabstand von ca. 20 Prozent liegen die Erwerbseinkommen der Frauen deutlich hinter denen ihrer männlichen Kollegen. Der Equal Pay Day verfolgt das Ziel, den konstruktiven Dialog rund um das Thema Lohngleichheit zu fördern. Hierbei sind Arbeitnehmer und Unternehmer gleicher massen gefordert. Denn Einkommensunterschiede wirken sich indirekt auf die wirtschaftliche Entwicklung eines ganzen Landes aus. Weniger Einkommen fährt zu weniger Investitions-Spielraum und Konsum und zu einer verminderten Rücklagenbildung und Vorsorge.


Saarland

Es gibt kein Patentrezept!

Die Liberalen Frauen im Saarland hatten am 19.03.2009 unter dem Motto „Chancengleichheit im Beruf  - Realität oder Utopie? ins Museum nach Dillingen Pachten eingeladen. Das Podium war mit Michael Weber, Human Resources Manager, Ford Saarlouis , Andrea de Riz, Vorsitzende der Business and Professional Women Club Saarbrücken e.V. und Eva Mittermüller Frauenbeauftragte der Stadt Dillingen/Saar hochkarätig besetzt. Es fand eine lebhafte Diskussion über die Ursachen für die nach wie vor bestehenden Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen statt. Die Ursachen, dafür – in diesem Punkt waren sich die Podiumsteilnehmer einig- liegt nicht allein in der Arbeitswelt. Ganz entscheidend dafür, dass sich sehr wenig im Hinblick auf eine Lohnangleichung in Deutschland bewegt, ist das Rollenverständnis zwischen Mann und Frau. Erwerbsbiografien von Frauen in Deutschland sehen insbesondere wegen der traditionellen Rollenverteilung in der Familie anders aus als die von Männern. Unterbrechungen der beruflichen Tätigkeit wegen Kindererziehung bringen die Frauen meist ins Hintertreffen. Sie erreichen beim Wiedereinstieg oftmals wegen der fehlenden Berufsjahre nicht das gleiche Gehalt wie Männer. In vielen Berufen ist ein Wiedereinstieg in den früheren Beruf kaum mehr möglich, weil in den Zeiten der Unterbrechung Qualifikationen verloren gehen. Frauen weichen dann oftmals auf niedriger qualifizierte Tätigkeiten aus. Michael Weber vertrat im übrigen die Auffassung, dass Frauen bei Gehaltsverhandlungen härter verhandeln müssten. Frauen wären bei Gehaltsverhandlungen meist sehr viel zurückhaltender als Männer. Fazit der Veranstaltung war dass es ein Patentrezept nicht gibt.


Sachsen

Gleichbehandlung in Deutschland und die europäischen Antidiskriminierungsrichtlinien.

Die Liberalen Frauen in Sachsen hatten am 19. März 2009 ins Liberale Haus in Dresden zu diesem Thema eingeladen. Die Landesvorsitzende der Liberalen Frauen Sachsen Dr. Ingrid Alice Mayer freute sich besonders die Geschäftsführerin des Landesfrauenrates Sachsen begrüssen zu können und wies darauf hin, dass die Liberalen Frauen seit 2007 nun Mitglied des Landesfrauenrates sind. Weitere Gäste waren Juristinnen der Landesgruppe Sachsen des Deutschen Juristinnenbundes. Frau Rechtsanwältin Susanne Köhler gab einen historischen Überblick bis zur Entstehung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes einschließlich der europäischen Grundlagen und Richtlinien. In der anschließenden Diskussion wurde nicht nur das Ehegattensplitting als überholt angesehen sondern auch das Bundeselterngeld, das Teilzeitbeschäftigung benachteiligt. Frauen sollten auch zahlreicher in Aufsichtsräten vertreten sein. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz wurde gelobt, soweit kein Vollbeweis mehr notwendig ist, sondern Indizien ausreichen. Negativ ist allerdings, dass Benachteiligungen innerhalb einer Frist von zwei Monaten geltend gemacht werden müssen und die Entschädigung bei Nichteinstellung lediglich maximal drei Monatsgehälter beträgt. In einem Ausblick zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz wurden die Verbandsklage gefordert sowie tatsächlich abschreckende Sanktionen, die Beweiserleichterung wurde gleichzeitig als positiv hervorgehoben. Die erfolgreiche und diskussionsfreudige Veranstaltung stand unter dem Motto Equal Pay Day der Bundesvereinigung Liberale Frauen e.V.
Bericht: Dr. jur. Ingrid Alice Mayer, LL.M.


Sachsen-Anhalt

Die Liberalen Frauen in Sachsen-Anhalt nahmen den Equal-Pay-Day zum Anlass, um sich gemeinsam mit dem Landesfrauenrates Sachsen-Anhalt und Frauen aus Wirtschaft und gesellschaftlichem Leben im Sanitätsregiment 32 in Weißenfels am 18. März 2009 über Berufs -und Karrierechancen von Frauen bei der Bundeswehr zu informieren. Vor Ort kam es dann zwischen den anwesenden Frauen, Soldaten und Soldatinnen zu einem regen Austausch in dessen Mittelpunkt vor allem die berufliche Entwicklung von Frauen in der Bundeswehr stand, bei einem für sie relativ neuen Arbeitgeber und einer bisherigen Domäne der Männer.
"Der Sanitätsbereich in der Bundeswehr ist gerade für Frauen zum idealen Arbeitsplatz geworden. Nach Einschätzung von Oberfeldarzt Dr. Schlolaut gibt es hier die meisten Frauen. In diesem Bereich kann die Bundeswehr durch die schon sichtbaren geburtenschwachen Jahrgänge auf Frauen nicht verzichten. Mutterschaft und damit verbundene Berufsunterbrechungen sind zwar auch mit einzuplanen, aber Familienplanung ist für die Bundeswehr ein selbstverständliches Anliegen in der Personalpolitik. Damit ist die Bundeswehr bestes Beispiel für die Nutzung von weiblichen Ressourcen, dem sich die Wirtschaft anschließen und damit endlich von alten Zöpfen wegkommen sollte. Und wenn die Wirtschaft nicht selbst für Gleichstellung sorgt, wäre es Aufgabe des Gesetzgebers dafür Sorge zu tragen. Dafür wollen sich Frauen für Frauen nicht nur zum Frauentag einsetzen" so Gleichstellungsbeauftragte der Verwaltungsgemeinschaft „Weißenfelser Land“ Christina Hüttig.


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