Liberale Frauen Kreis Aachen-Land

LIBERALE FRAUEN zu Besuch bei Aix-la-Sports e.V.

Aachen. Beeindruckt zeigte sich die Besuchergruppe beim Betreten der Elisabethhalle in Aachen nicht nur von den imposanten Marmorsäulen im Foyer, sondern auch von dem regen Schwimmbetrieb, der am vergangenen Samstag dort herrschte. Die Liberalen Frauen des Kreisverbandes Aachen hatten dorthin eingeladen, um die Tätigkeit des Vereins „Aix-la-Sports“ näher kennenzulernen und insbesondere die Erfolgsgeschichte des mehrfach ausgezeichneten Vereins zu erfahren.

Aix-la-Sports e.V. engagiert sich seit 2015 in der Flüchtlingsarbeit, speziell im Bereich der Nichtschwimmerausbildung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Das Projekt findet in enger Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Sport der Stadt Aachen und den Jugendhilfeeinrichtungen statt.

Christine Weber, Geschäftsführerin des Vereins, gab zu Beginn einen Überblick über die Herausforderungen bei der Integrationsarbeit im Schwimmsport. Besonders junge Flüchtlinge, die einen langen und schweren Weg über See hinter sich haben, leiden oft an traumatischen Erlebnissen. Hier erfordert es viel Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl, um Zugang zu den entwurzelten Kindern und Jugendlichen zu bekommen und Vertrauen aufzubauen. Für diese besondere Flüchtlingsarbeit musste Christine Weber sich zunächst einmal psychologisches Fachwissen aneignen. Wegen der tiefen Ängste dieser Menschen sind unerwartete Reaktionen oft nicht vorhersehbar, hier gelte es ruhig und besonnen zu handeln. So schilderte sie ein Ereignis, bei dem ein geübter Schwimmer ganz plötzlich unterging, weil er im Wasser ein Déjà-vu erlebte.

Ein Großteil der Flüchtlinge sei Nichtschwimmer, vorwiegend die Mädchen. „Wenn man bedenkt, dass viele Mädchen hier zum ersten Mal einer sportlichen Aktivität nachgehen, wundert es nicht, dass sie länger brauchten als die Jungen“, weiß Christiane Weber. Manche von ihnen seien noch nie in ihrem Leben in einem Schwimmbad gewesen. Jungen und Mädchen werden anfangs getrennt unterrichtet, wie es in diesen Kulturen üblich ist, Burkinas seien erlaubt aber keine Kopftücher, denn diese seien im Wasser zu gefährlich.

Ebenso engagiert wie Christine Weber ist ihr Mann Rolf als erster Vorsitzender des Vereins. Unter seiner Begleitung durften die Besucher sich in der Empore des Schwimmbades umsehen, von wo aus man einen herrlichen Ausblick auf die kunstvoll gestaltete Jugendstil-Schwimmhalle genießt. In vier Kursen werden junge Flüchtlinge verschiedener Altersstufen ab 5 Jahren unterrichtet, wobei ein solcher Kurs in der Regel über einen Zeitraum von 28 Stunden geht. Am Ende muss frei geschwommen werden, um den Kurs erfolgreich zu beenden, ansonsten wird solange weiter trainiert, bis das Ziel erreicht ist. Es ist auch möglich, das Seepferdchen- und das Bronzeabzeichen abzulegen. Nach der Schwimmausbildung steht den Jugendlichen auch frei, den öffentlichen Bereich des Schwimmbades zu nutzen und dort Kontakte zu knüpfen.

Sprachprobleme gibt es übrigens keine, denn von den ehemaligen Schülern konnten einige als ehrenamtliche Trainer „rekrutiert“ werden, die zusammen über 15 verschiedene Sprachen beherrschen. Besonders talentierte und sprachbegabte Jugendliche haben die Möglichkeit, als Schwimmlehrer ausgebildet zu werden, um dann im Verein aktiv als Trainer tätig werden.

Christine Weber sprach schließlich auch die schwierige Finanzierung des Projekts an, die ihr zunehmend Sorge bereite. So opfere sie persönlich viel Freizeit mit dem Erkunden und Beantragen von finanziellen Fördermöglichkeiten, um den großen Erfolg der Integrationsarbeit nicht zu gefährden. (StS)

Liberale Frauen Kreis Aachen-Land

LIBERALE FRAUEN zu Besuch in der Roda-Schule

Herzogenrath."Miteinander Leben Lernen", so lautet das Leitbild der Roda-Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Ziel ist es, die Kinder und Jugendlichen soweit wie möglich zur Selbständigkeit und zu sozialer Integration zu führen. Auf Einladung der Liberalen Frauen im Kreisverband Aachen, konnten sich die Teilnehmer vor Ort über die speziellen Fördermöglichkeiten an der Ganztagsschule informieren.

Andrea Pfeiffer, stellvertretende Schulleiterin, berichtete in ihrem einleitenden Vortrag u.a. über die besonderen Lernmethoden, wie z.B. Freiarbeit als Form des Offenen Unterrichts, die selbstgesteuertes Lernen ermöglicht. Für etwa 170 Schülerinnen und Schülern stehen über 60 Personen aus verschiedensten Berufsgruppen, von Sonderpädagogen, Krankenschwestern, Schulsozialarbeiter bis Bundesfreiwillige für Unterricht, Betreuung und Pflege zur Verfügung.

Es gibt keinen Notendruck, man ist sehr frei in der Gestaltung des Unterrichts und der individuellen Förderung, auch Lehrmaterialien werden von den Lehrkräften selbst entwickelt. Es gibt keine klassischen Schulklassen, sondern Stufen, von der Vorstufe über die Unterstufe, Mittelstufe, Oberstufe bis zur Berufspraxisstufe. Letztere vermittelt praktische Fähigkeiten, die einen Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen soll. Die Schüler beenden ihre Schulzeit mit 18 Jahren und werden teilweise auf dem ersten Arbeitsmarkt vermittelt. In der Regel erhalten die Schulabgänger eine Arbeitsstelle bei dem Caritasverband in der Städteregion oder bei der Lebenshilfe im Stadtgebiet Aachen. Glücklicherweise stellen vereinzelt auch Betriebe auf dem ersten Arbeitsmarkt Menschen mit Behinderung oder Einschränkung ein, allerdings oft auch mit Unterstützung durch die Wohlfahrtverbände.

Snoezelraum

Nach dem einleitenden Gespräch wurde die Besuchergruppe durch das Schulgebäude geführt. Neben den Klassenräumen, die mit speziellen Lernmaterialien ausgestattet sind, durfte die Gruppe einen Blick in die Backstube, die Wäscherei und den sogenannten Snoezelraum werfen, der zur Entspannung dient. Viele Tätigkeiten, die für uns selbstverständlich sind, stellen diese Schüler vor eine große Herausforderung, wie etwa das Eindecken des Frühstücktisches. In der hauseigenen Bäckerei erklärte Andrea Pfeiffer die Lernmethoden an folgendem Beispiel: Ein Schüler muss vor dem Frühstück für jede Schülergruppe die Anzahl der benötigten Brötchen aus verschieden Sorten ermitteln, in der Backstube bestellen und in der Klasse den Schülern zuordnen.

Es gibt noch immer kontroverse Diskussionen zum Thema schulische Inklusion. Können Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf im Bereich der geistigen Entwicklung an Regelschulen inklusiv beschult werden? Die Liberalen Frauen im Kreisverband Aachen bezweifeln das. Denn viele Regelschulen verfügen noch nicht über die notwendigen personellen und räumlichen Ressourcen um allen Kindern die gleichwertige Teilhabe zu ermöglichen. Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung und Selbstverwirklichung auch wenn es auf Grund einer Behinderung oder wegen einer Lern- oder Entwicklungsstörung besondere Unterstützung benötigt. Daher ist es wichtig, die Wahlfreiheit zwischen Regel- und Förderschulen in der Städteregion zu erhalten. Die Schließung von Förderschulen dient nicht dem Wohl unserer Kinder. An der Roda-Schule ist die Zahl der Schüler in den letzten Jahren sogar gestiegen und man beklagt dort mittlerweile Platznot. Die zentrale Lage der Schule und die Anbindung zum ÖPNV erweist sich als Standortvorteil und so nimmt man die räumliche Enge billigend in Kauf.

Wer sich selber ein Bild von der Roda-Schule machen möchte, hat dazu die Möglichkeit am 9. Dezember 2018 beim Tag der offenen Tür. (StS)

Liberale Frauen Kreis Aachen-Land

Der Kreisverband Aachen-Land lädt im November zu zwei Besuchen ein:

Am 15. November um 15 Uhr findet ein Besuch der Roda-Schule in Herzogenrath statt. Die Roda-Schule ist eine Förderschule für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung. Da seit Jahren die Diskussion über die Beschulung junger Menschen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen an allgemeinbildenden Schulen oder in besonderen Förderschulen die Gemüter erregt, wollen die Mitglieder des Kreisverbandes sich ein eigenes Urteil bilden, indem sie die Förderschule und das dazugehörige Konzept kennenlernen. Um eine Anmeldung wird bis zum 09.11. gebeten.

Der zweite Besuch führt den Kreisverband am 24. November um 10 Uhr zum Verein Aix-la-Sports in die Elisabethhalle in Aachen. Der 2015 gegründete Verein wurde für seine Arbeit schon mit diversen Preisen belohnt. Mit knappen Worten könnte man sagen, er bringt Nichtschwimmern das Schwimmen bei. Es steckt aber viel mehr dahinter, so dass die Nele-und-Hans-Bittmann-Stiftung die Arbeit unterstützt. Es wurden in Kursen fortlaufend unter anderem 60 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ausgebildet. Einige ehemalige Nichtschwimmer sind jetzt Schwimmlehrer, einige sogar schon Rettungsschwimmer. Bei allem steht aber der Gedanke, junge Menschen zu fördern und zu integrieren, im Mittelpunkt. Um eine Anmeldung wird bis zum 20.11. gebeten.

Für beide Veranstaltungen nimmt die Kreisvorsitzende Dagmar Göbbels unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Anmeldungen entgegen. Die Einladungen mit allen Details sind hier zu finden:

Libellen Dortmund

Am 03.08.2018 besuchten 20 Interessierte die LWL-Klinik für Forensische Psychiatrie "Wilfried-Rasch-Klinik". Die Therapeutische Direktorin Gisa Lieweris-Amsbeck und Siegfried Woydowski, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie stellten zunächst die Aufgaben des Maßregelvollzuges vor.

Es gibt Straftäter*innen, die zur Tatzeit schuldunfähig oder schuldeingeschränkt gewesen sind, sei es durch Sucht, Persönlichkeitsstörungen oder andere psychische Erkrankungen. Diesen Menschen ist mit einem normalen Strafvollzug nicht geholfen. Im Strafregelvollzug werde versucht, ihnen medizinisch, psychotherapeutisch und sozialpädagogisch zu helfen. Dabei könne es durchaus sein, dass der Aufenthalt in einer forensischen Klinik länger dauere als bei einer normalen Gefängnisstrafe. Das Strafmaß und die Fortschritte im Rahmen der Behandlung in der Forensik werden regelmäßig durch Juristen und die in der Forensik Tätigen (auch Externen) überprüft. Die forensische Medizin stehe unter genauer Beobachtung, habe aber leider einen schlechten Ruf in der Bevölkerung. Zwar könne man keinen Kranken zu einer Medikation zwingen. Dennoch soll die Arbeit im Maßregelvollzug neue Opfer vermeiden. Der Umgang mit den Kranken sei geprägt durch Respekt, Distanz und soziale Kompetenz.

In der Wilfried-Rasch-Klinik gibt es 62 Plätze, ausschließlich für Männer: im Augenblick sind es 49 mit Psychosen und Persönlichkeitsstörungen, 12 mit Suchtproblemen. Es gibt die Langzeitbetreuung und die Hilfe für den Übergang in die Freiheit. Die Klinik sei hervorragend gesichert, es habe noch keine Probleme in dieser Hinsicht gegeben.

Nach dem Gespräch gingen die Teilnehmer in 2 Gruppen durch ausgewählte Bereiche der Klinik. Viele Räume wie die Kapelle, die Besucherzimmer, die Zweibettzimmer, die Arzträume, der Garten, die Bereiche für Sport, Musiktherapie und kreatives Arbeiten zeigen, dass man respektvoll mit den Straftätern umgehe, aber dass auch das strenge Einhalten von Regeln wichtig sei. Bedrückend war es, die Räume zu sehen, in denen Menschen z.B. im akuten Suchtzustand vor der eigenen Zerstörungskraft beschützt werden müssen. Auch das akribische Achten auf das Auf- und Abschließen der einzelnen Räume oder Bereiche vermittelte einen Eindruck davon, wie viel Verantwortung die Mitarbeiter in dieser Klinik tragen.

Fazit des Besuches ist die Erkenntnis, dass in dieser Klinik hervorragende Arbeit geleistet wird und dass die Bevölkerung durch viele unterschiedliche Sicherheitsmaßnahmen geschützt ist. Um Vorurteile abzubauen wäre es schön, wenn viele Bürger die Tage der offenen Tür zum Kennenlernen der Einrichtung nutzen würden.

Frau Gisa Lieweris- Amsbeck, Therapeutische Direktorin und Siegfried Woydowski, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Frau Gisa Lieweris- Amsbeck, Therapeutische Direktorin und Siegfried Woydowski, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Liberale Frauen Kreis Aachen-Land

Liberale Frauen besuchten das Solar-Institut Jülich.

Jülich. Auf Einladung der Liberalen Frauen des Bezirks- und Kreisverbands Aachen besuchte am 20. September 2018 eine Gruppe von 15 Liberalen das Solar-Institut in Jülich (SIJ). In einer dreistündigen Exkursion lernte die Besuchergruppe in Fachvorträgen, Laborbesichtigungen und Modellansichten zukunftsweisende Forschungs- und Entwicklungsprojekte des Solarinstituts kennen.

Prof. Dr. Ulf Herrmann, der seit vier Jahren das Institut am Campus der Fachhochschule Aachen in Jülich leitet, referierte in seinem Vortrag zunächst über solarthermische Systeme, bei denen das Sonnenlicht direkt oder in konzentrierter Form absorbiert und als Prozesswärme bzw. zur Stromerzeugung genutzt wird. Letzteres wurde mit dem solarthermischen Versuchskraftwerk, auch als Solarturm Jülich (STJ) bekannt, im Jahre 2008 in Jülich realisiert. Es handelt sich um ein Demonstrationskraftwerk, bei dem über 2000 Spiegel die Energie des Sonnenlichts zuerst konzentrieren und dann mittels eines innovativen Keramikabsorbers an das Medium Luft bei ca. 700 °C abgeben. Das SIJ hat gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) als Betreiber exklusiven Zugang zu dieser in Deutschland einzigartigen Testanlage und verfügt damit über ein Alleinstellungsmerkmal innerhalb der Hochschullandschaft.

Weitere wichtige Arbeitsfelder des SIJ bilden u.a. effiziente Gebäudetechnik, Energiespeicher, intelligente Versorgungssysteme und die Verwendung poröser Strukturen, die Prof. Dr. Herrmann im weiteren Verlauf seines Vortrages genauer darstellte. Jülich gilt heute als Mekka der Solarforschung. Angesichts der Energiewende dürfte die Bedeutung des Standortes weiter steigen. Technologien zur regenerativen Stromerzeugung haben sich längst auf dem Markt etabliert und ein interdisziplinäres Team aus 40 wissenschaftlichen Mitarbeitern arbeitet am SIJ kontinuierlich an deren Weiterentwicklung, wobei ein Hauptaugenmerk auf der Kostenreduktion liegt.

Heute werden 30 Prozent der Stromversorgung aus regenerativen Energiequellen gespeist, Tendenz steigend. Gleichwohl bleibt auch die Braunkohleverstromung in den nächsten Jahren eine wichtige Säule im Energiemix der Zukunft. Ulrich Göbbels, stv. Vorsitzender des Braunkohlenausschusses im Regionalrat Köln, warnt vor einem übereilten Ausstieg. Insbesondere bei Dunkelflaute ohne Wind und ohne Sonnenstrahlung, die meist im Januar auftritt, liefern die erneuerbaren Energien weniger als fünf Prozent des Strombedarfs.

Im Labor des SIJ arbeiten die Jülicher Forscher bereits an neuen Projekten: TESS 2.0 und I-TESS. Cristiano Teixeira Boura, Abteilungsleiter für Solarthermische Systeme, erläuterte die Funktionsweise eines thermischen Stromspeichers (TESS) anschaulich an einer Versuchsanlage. Quarzsand, bevorzugt aus der Wüste, wird bei diesem Verfahren als Speichermedium für Wärmeenergie genutzt. In einem Wärmeübertrager wird dabei die Wärme aus 700 °C heißer Luft an das Medium Sand für eine Wärmespeicherung bis zu zwei Wochen abgegeben. Das Projekt I-TESS verfolgt darüber hinaus die Idee, bestehende konventionelle Kraftwerke in neuartige thermische Stromspeicherkraftwerke umzurüsten und somit fit für die Energiewende zu machen.

Anschließend ging es in einen Versuchscontainer, der als Teststand u.a. zur Vermessung und Nachbehandlung von Abgassystemen für Dieselmotoren dient. Dort erklärte Dr. Markus Sauerborn die Funktionsweise von keramischen SCR-Mischern, bei denen Harnstoff in das Abgas eines Dieselmotors eingespritzt wird, um die Stickstoffoxide (N0x) zu reduzieren. Die Vorsitzende der Liberalen Frauen im Bezirk Aachen, Andrea Wolff, bedankte sich im Namen aller Teilnehmer bei Herrn Prof. Dr. Herrmann für die informative und interessante Veranstaltung und wünschte dem Solar-Institut und seinen Mitarbeitern weiterhin viel Erfolg.

Liberale Frauen Köln

Mitreden, mitmischen, mitgestalten – nach dieser Maxime macht sich der neu gewählte Vorstand der Liberalen Frauen Münsterland direkt an die Arbeit.Mehr als 20 Frauen – und Männer – folgten der Einladung zur Mitgliederversammlung ins „Aposto“ in Münster und stellten damit unter Beweis: Im Münsterland mangelt es nicht an Frauen, die liberale Politik aktiv diskutieren und gestalten wollen.

Bettina Houben, Landesvorsitzende der Liberalen Frauen NRW, brachte es mit ihren Grußworten direkt auf den Punkt: „Frauen müssen nicht nur in der FDP, Frauen müssen insgesamt in der Politik sichtbarer werden. Dafür benötigen sie Strukturen, die ein Engagement neben Familie und Beruf ermöglichen ebenso wie weibliche Vorbilder in ausreichender Zahl in führenden Positionen.“ „Genau hier wollen die Liberalen Frauen Münsterland in Zukunft ansetzen“, ergänzte die neu gewählte Bezirksvorsitzende Sandra Wübken. „Wir wollen ein Netzwerk bieten und politisch interessierten Frauen einerseits das nötige Wissen um Parteistrukturen vermitteln und sie darüber hinaus motivieren und unterstützen, sich aktiv einzubringen.“ Vielen Ideen und Kompetenzen wollen auch Angelika Kessels aus Stadtlohn, Wiebke Reerink und Barbara Kletzin aus Hopsten, Romy Büchner, Dr. Katja Baumgarten und Gabriele Buchner-Stamm aus Münster mit einbringen, die das neue Vorstandsteam komplettieren.

An Themen wird es dabei nicht mangeln: Von Arbeitsbedingungen und Bezahlung in Pflegeberufen über Gewalt gegen Frauen und fehlende Plätze in Frauenhäusern bis zur finanziellen Situation in Kommunen und Digitalisierung brannten vielen drängende Fragen bereits unter den Nägeln.

Libellen Dortmund

Beim Themenabend der Lib’ELLEn am 20.06.2018 versuchte PD Dr. phil., Dr. theol. Michael Rasche, Dozent für Philosophie an der KU Eichstätt-Ingolstadt und Unternehmensberater, die Frage zu beantworten: „Das Christentum – warum steckt es in der Krise?“ Der Abend erwies sich als ein spannender und kurzweiliger Parforce-Ritt durch die Weltsicht der Menschen im Laufe der Jahrhunderte.

Im Mittelalter habe sich die Frage, ob es Gott gebe, gar nicht gestellt. Gott war omnipräsent, denn viele Naturphänomene wären sonst für die Menschen unerklärlich gewesen. Es gab den Kampf gegen das Böse für den Erhalt der gesamten Schöpfung. Seit dem 13. Jahrhundert bröckelte diese Sicht, spätestens mit der Renaissance und der Entdeckung der Naturgesetze schwand der Dämonenglaube. Die Reformation forderte, dass die Kirche den Menschen zu Gott führen müsse, und seitdem Calvin hohe ethische Forderungen an das Individuum stellte und der Erfolg im Diesseits das Wohlgefallen Gottes zeige, besann sich die Kirche auf die Ethik und forderte ein Leben nach strengen Regeln, z.B. Zölibat. Da die Bildung zunehmend gesellschaftlich forciert wurde, es die naturwissenschaftliche Erklärung der Welt gab und der Glaube an die Wunder schwand, konnte mit dem Absolutismus eine Gesellschaftsform entstehen, die ohne Gott insofern auskam, als der König an der Spitze der Gesellschaft stand. Im 18. Jahrhundert wurde Gott im Hier und Jetzt funktionslos (Atheisten), er wurde nur noch zur Erklärung vom Anfang und Ende der Welt gebraucht. Im Laufe der Zeit bekam die Frage nach dem Sinn von Leid immer mehr Bedeutung. Auch wenn in der Romantik die Sehnsucht nach der „alten Weltordnung“ thematisiert wurde, die Kirchen wieder mehr Zulauf hatten, sah sich der Mensch als Individuum. Nietzsche sagte: „Gott ist tot, wir haben ihn getötet.“

Wie soll es weitergehen? Das 20. Jahrhundert habe gezeigt, dass Ideologien wie der Kommunismus oder der Nationalsozialismus und andere Diktaturen keine „Erlösung“ gebracht hätten. Der Mensch als Individuum wolle sich verwirklichen können, stehe selbst im Vordergrund und nicht die Religion, sehe das Erreichte als „Authentizität“ und brauche keine Kirche, die Gehorsam fordere und diejenigen aussperre, die sich nicht an alle Regeln halten würden (s. Sexualmoral). Die Kirchen müssten ihre eigenen Strukturen hinterfragen und den Reformbedarf sehen. Gut besuchte Kirchentage allein seien kein Symptom für einen Glaubensaufbruch, sondern positive Massenpsychologie und ein hervorragendes Gemeinschaftserlebnis.

Viel zu schnell verging der Abend. Offensichtlich gibt es kein Patentrezept für die Lösung der oben gestellten Frage, aber für alle Zuhörer viel Stoff zum Nachdenken.

Warum steckt das Christentum in der Krise

Liberale Frauen Kreis Aachen-Land

LIBERALE FRAUEN und Männer besichtigen das historische Rathaus in Aachen.

Aachen. Wer kennt sie nicht, die beeindruckende Kulisse des Aachener Rathauses mit seinen Türmen und dem prächtigen Karlsbrunnen in der Mitte des Marktplatzes? Wer Aachen besucht hat, kennt diesen Anblick, doch wer weiß von den prunkvoll gestalteten Räumen oder verborgenen Gängen hinter der Fassade des Aachener Rathauses?

Eine Besuchergruppe von 18 Frauen und Männern sind der Einladung der LIBERALEN FRAUEN Aachen gefolgt und durften unter der fachkundigen Führung des städteregionalen FDP-Fraktionsvorsitzenden, Georg Helg, am Samstag, dem 23. Juni 2018, das Interieur des Aachener Rathauses erkunden. Wer ihn kennt, weiß, dass er seine Zuhörer begeistern kann und so hörten die Teilnehmer beinahe vier Stunden lang seinen spannenden Geschichten während der Führung gebannt zu. Der Publizist und Historiker Helg erforscht die Geschichte des Aachener Rathauses seit vielen Jahren und hat bereits etliche Bücher über das neugotische Bauwerk im historischen Stadtkern von Aachen veröffentlicht.

Das Rathaus, welches neben dem Aachener Dom das bedeutendste Bauwerk der Stadt ist, wurde im 14. Jahrhundert auf den Grundmauern der karolingischen Kaiserpfalz erbaut. Die Führung durch das historische Gebäude begann im Ratssaal mit einem ausführlichen Vortrag über die wechselvolle Stadtgeschichte, ging sodann vom Weißen Saal über das ehemalige Werkmeistergericht in die Werkmeisterküche und zuletzt in den Friedenssaal, der auch wegen seiner pompösen Stuckarbeiten und penetrant roten Wandvertäfelung als Roter Saal bekannt ist. Anschließend ging es hinaus Richtung Standesamt, in dessen Treppenhaus sich der Zugang zum Granusturm befindet. Durch enge Gänge, ausgetretene Stufen und steile Wendeltreppen erreicht man auf allen Vieren schließlich die Turmspitze, von wo aus man wiederum auf das Dach des Krönungssaales gelangt. Dort erwartet den Besucher eine technische Meisterleistung in Form einer tragenden Stahlkonstruktion, die dem Bauwerk die notwendige Stabilität verleiht. Den buchstäblichen Höhepunkt erreichte die abwechslungsreiche Führung schließlich im Glockenturm, von dem aus der Betrachter einen herrlichen Ausblick über die Dächer der Stadt genießt.

Ihren Abschluss fand die Führung im Krönungssaal mit seinem beeindruckenden Kreuzrippengewölbe, seinen Wandgemälden und Kunstschätzen, wo einst die Krönungsmähler stattfanden und heute der internationale Karlspreis zu Aachen verliehen wird. Die LIBERALEN FRAUEN erlebten an diesem Tage wahrlich eine spannende Zeitreise durch 1200 Jahre Rathausgeschichte.

Liberale Frauen

Die nächste Mitgliederversammlung der Liberalen Frauen Deutschland findet am Samstag, den 16. Juni 2018, ab 13:00 Uhr im Evangelischen Augustinerkloster zu Erfurt (Augustinerstr. 10, 99084 Erfurt) statt.
Auf der Tagesordnung stehen u.a. Neuwahlen des Vorstandes.

Außerdem wird eine Klosterführung angeboten, mit Beginn 10.30 Uhr. Hierfür ist aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl eine Anmeldung unbedingt erforderlich.

Am Abend (19 Uhr) findet eine gemeinsame Veranstaltung der Liberalen Frauen, der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und des Landesfrauenrates Thüringen zum Thema "Abschaffung des Paragraphen 219a" statt. Referentin wird die Gießener Ärztin Kristina Haenel sein.

Die Mitgliederversammlung ist eine Vollversammlung, jedes Mitglied der Liberalen Frauen ist also stimmberechtigt. Die Einladung mit der vorläufigen Tagesordnung kann hier angesehen und heruntergeladen werden:

Liberale Frauen Kreis Aachen-Land

Viele Themen wurden diskutiert, u. a. Tihange und Doel. Der Austausch wird fortgesetzt.

Am Samstag, den 19.05.2018 besuchten die Liberalen Frauen des Bezirksverbands Aachen mit weiblichen und männlichen Gästen, das Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Eupen. Die Idee entstand auf einem Kreisparteitag der FDP Euskirchen, an dem der Präsident des Parlaments Alexander Miesen als Gastredner teilnahm.


Foto: Stefan Steins

Zu Beginn bekamen die Liberalen Frauen und interessierte Gäste, nach einer herzlichen Begrüßung durch Myriam Pelzer, eine Einführung in die Geschichte des Parlamentsgebäudes. Ursprünglich als Kaufmannserholungsheim geplant, als das Gebiet um Eupen zu Zeiten des Deutschen Kaiserreichs (1915-1920) noch zu Deutschland gehörte, wurde es in den Jahren 1920 – 1940 das belgische Sanatorium für die Lungenkranken. Nach der Befreiung Anfang September 1944 nahmen die Amerikaner das Heim in Besitz. Später ging es zurück an die belgische Gesellschaft. Später erfolgte der Umbau des Gebäudes in den Jahren 2011 -2013 und das Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft zog ein.

Im Anschluss an die Besichtigung der im Gebäude befindlichen Ausstellung ging es in den Plenarsaal. Den Besuchern fiel ein Satz auf, der vor Zutritt des Saales den Boden im Eingangsbereich ziert: „Wahlen allein machen noch keine Demokratie“ (Barack Obama). Treffender konnte nicht ausgedrückt werden, dass der Erhalt der Demokratie täglich aufs Neue, nicht nur im Parlament, erarbeitet werden muss.

Nach einem Informationsfilm über das Gebiet Ostbelgiens, in dem das Parlament seinen Sitz hat, erklärte der Parlamentspräsident Alexander Miesen ausführlich die Organisation und Arbeit des Parlaments. Jenny Baltus-Möres berichtete enthusiastisch über die Tätigkeiten der Liberalen Frauen in Ostbelgien. Sie vertrat die Meinung: „Frauen sind politisch mehr interessiert aber zur Mitgestaltung und Mitarbeit in der Politik noch nicht bereit oder es fehlen die dafür notwendigen Voraussetzungen. Vereinbarkeit von Beruf, Familie und gesellschaftlichem Engagement bzw. die Unterstützung. Es ist aber nun mal so, dass Frauenthemen auch nur von Frauen vertreten werden und alleine deshalb schon mehr Frauen in die Politik müssen.“

In der Diskussionsrunde ging es unter anderem um einen Austausch der Hochschulen und eine bessere Kooperation, angeregt durch Dr. Werner Pfeil MdL FDP NRW. Die Idee einer Europa-Universität vom französischen Präsidenten Macron wurde grundsätzlich als positiv bewertet und sollte umgesetzt werden. Wo liegt der Ausbau der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Hochschulen näher als zwischen Aachen, Lüttich und Maastricht.

Beim Thema CO2 Ausstoß und Einhaltung des Klimapakts ging es auch um den Ausstieg aus der Atomkraft und die belgischen Atomreaktoren Tihange 2 und Doel 3. Seitens Dr. Pfeil wurde die schlechte Kommunikation und die mangelnde Informationsbereitschaft der Betreiber angesprochen. Eine Klage würde sich genau darauf beziehen. Er stellte fest: „Es kann nicht sein, dass zunächst nur von einem kleinen Leck gesprochen wird aus dem Wasser austritt, welches keine Gefahr darstellen würde und später stellt sich heraus, dass mehrere tausend Liter ausgelaufen sind, die zudem noch radioaktiv belastet sind.“ Dies dient alles nicht dazu Vertrauen zu schaffen. Mit dieser Vorgehensweise der Betreiber ist auch Alexander Miesen nicht einverstanden und hat vollstes Verständnis für die Kritik. Belgien hängt in der Stromversorgung hauptsächlich von der Atomkraft ab und eine Versorgungssicherheit sowie die Bezahlbarkeit müssen gewährleistet sein. Hier sind grenzüberschreitende Lösungen gefragt. Für den Klimaschutz brauchen wir europäische Lösungen. Zu den energiepolitischen Themen und die Hochschulen betreffend wird der Austausch intensiv fortgeführt.

Abschließend ging es in einer Frage um die Schwierigkeiten mit unterschiedlichen Mentalitäten in einer dreisprachigen Gesellschaft. Aufgrund des Föderalismus gäbe es zwar bürokratische Hürden aber auf politischer Ebene käme man gut miteinander aus, meinte Alexander Miesen und betonte die positive Zusammenarbeit. Die umgebenden Länder würden eher etwas kritisch aber unbegründet auf die Probleme Belgiens sehen.

Die Liberalen Frauen bleiben in Kontakt mit den Liberalen Frauen Ostbelgiens und möchten die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ausbauen.


Von links: Jenny Baltus-Möres (Parlament-Wallonie), Ulrich Göbbels (Regionalrat Köln), Alexander Miesen (Präsident des Parlaments der DG), Stefan Steins, Ursula Derichs-Lavalle, Irene Seeger, Vanessa Meller, Doris Wessels, Andrea Wolff (Bezirksvorsitzende Liberale Frauen Aachen), Dagmar Göbbels (Kreisvorsitzende Liberale Frauen Aachen), Verena Arndt, Björn Bock (Fraktionsvorsitzender FDP Herzogenrath) und Dr. Werner Pfeil (MdL der FDP NRW) | Foto: Anke Göbbels