Liberale Frauen

Pressemitteilung der Liberalen Frauen Deutschland

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder*innen,

Ärzte dürfen bis dato in Deutschland nicht für einen Schwangerschaftsabbruch werben. So steht es im Paragraf 219a des Strafgesetzbuches. Was aber ist mit sachlicher Information und Aufklärung? Der Fall der Gießener Ärztin Kristina Hänel beschäftigt nun am 22. Februar den Deutschen Bundestag. Denn bis heute dürfen Praxen und Kliniken, laut Gesetzt, nicht über das Angebot eines Schwangerschaftsabbruchs informieren.

Um unseren Standpunkt zu verdeutlichen: Es ist absurd, Ärztinnen und Ärzte dürfen zwar unter den in § 218 StGB geregelten Bedingungen Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, jedoch die dazu nötigen Leistungen nicht öffentlich anbieten.

Deshalb stehen die Liberalen Frauen Deutschland an der Seite der nun mehr als 160.000 Menschen, die per Petition den Bundestag auffordern, den Paragrafen 219a abzuschaffen. Ärztinnen und Ärzte, die sachlich über einen Schwangerschaftsabbruch informierten, dürften nicht länger kriminalisiert werden. Frauen, die an diesem einschneidenden Punkt in Leben sind, brauchen vor allem gute Beratung und müssen wissen, was bei einem Schwangerschaftsabbruch auf sie zukommt. Ein freier Bürger in einem Rechtsstaat muss jederzeit freien Zugang zu allen für ihn relevanten Informationen haben. Dazu gehören auch ärztliche Informationen über medizinische Untersuchungs- und Behandlungsverfahren. Gerade bei Frauen schließt dieses Recht, unserer Auffassung nach, Informationen über die rechtlichen Rahmenbedingungen und die medizinischen Belange eines Schwangerschaftsabbruchs ohne Einschränkung oder Hindernisse zu erlangen, ein.

Herzlichst, Ihre Katja Grosch – Bundesvorsitzende der Liberalen Frauen

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